Die Coachy App, die Memberspot App und die ablefy App sind drei völlig verschiedene Dinge: Coachy liefert eine Web-App zum Ablegen auf dem Startbildschirm, Memberspot eine echte Store-App unter dem eigenen Anbieternamen, ablefy eine App unter deiner Marke im teuersten Tarif. Wer die drei nach dem Wort „App" vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Ich zeige dir, was hinter den Begriffen steckt und wann sich eine eigene App im Store überhaupt lohnt.
Letzte Aktualisierung: August 2026
Coachy App, Memberspot und ablefy: was jeder Anbieter wirklich meint
Alle drei Anbieter werben mit einer App. Dahinter stecken drei unterschiedliche technische Wege, die sich in Aufwand, Kosten und Aussenwirkung deutlich unterscheiden. Diese Übersicht fasst den Stand von August 2026 nach den Angaben der Anbieter zusammen.
| Anbieter | Art der App | Läuft unter | Im App Store | Ab welchem Tarif |
|---|---|---|---|---|
| Coachy | Web-App zum Ablegen auf dem Startbildschirm | deinem Namen und Icon | nein | alle Tarife |
| Memberspot | native App | dem Namen Memberspot | ja | Standard-App für alle, eigene Store-App als Zusatzleistung |
| ablefy | native App unter eigener Marke | deinem Namen | ja | Premium, 549 € netto im Monat |
Die entscheidende Spalte ist die dritte. Bei der Coachy App und bei einer eigenen ablefy-App sehen deine Kunden deinen Namen. Bei der Standard-App von Memberspot sehen sie den Namen des Anbieters, dein Branding erscheint erst im Lernbereich selbst.
Was ist eine Kurs-App überhaupt?
Eine Kurs-App ist der mobile Zugang zu deinem Mitgliederbereich. Technisch gibt es dafür zwei Wege: eine native App, die aus dem App Store oder Google Play installiert wird, und eine Web-App, die über den Browser auf den Startbildschirm gelegt wird und sich danach wie eine App öffnet. Der sichtbare Unterschied für deine Kunden ist gering, der Unterschied im Aufwand für dich ist erheblich.
Die Coachy App: eigener Name ohne Store
Coachy geht den pragmatischen Weg. Deine Mitglieder öffnen den Lernbereich im Browser und legen ihn über die Teilen-Funktion auf den Startbildschirm. Danach startet er ohne Adresszeile und verhält sich wie eine App.
Der entscheidende Punkt: Du legst Name und Symbol selbst fest. In der Dokumentation von Coachy heisst es dazu, dass sich App-Icon und Name als Coach selbst festlegen lassen, sodass sich die App komplett der eigenen Marke anpasst. Deine Kunden sehen also dein Logo und deinen Namen auf dem Telefon, nicht den des Anbieters.
Was fehlt: Die Coachy App taucht in keinem App Store auf, es gibt keine Push-Benachrichtigungen über das Betriebssystem und keine Offline-Nutzung. Eine Internetverbindung bleibt nötig. Wer seine Kunden über Benachrichtigungen zurückholen will, bekommt das hier nicht.
Was die Coachy App kostet
Nichts zusätzlich. Sie ist in allen drei Tarifen enthalten, also ab Premium für 35 € im Monat bei jährlicher Zahlung, 42 € bei monatlicher (Stand August 2026, zuzüglich Umsatzsteuer). Damit ist die Coachy App der mit Abstand günstigste Weg zu einer App unter dem eigenen Namen.
Die Memberspot App: im Store, aber nicht unter deinem Namen
Memberspot dreht das Verhältnis um. Es gibt eine echte native App für iOS und Android, kostenlos und sofort für alle Mitglieder verfügbar. Sie läuft aber unter dem Namen des Anbieters im Store. Nach dessen eigener Beschreibung sehen Mitglieder das eigene Logo und die eigenen Farben erst im Lernbereich selbst.
Eine App mit dem eigenen Namen im Store gibt es bei Memberspot als kostenpflichtige Zusatzleistung auf Anfrage. Einen Preis dafür nennt der Anbieter öffentlich nicht, den musst du erfragen. Zusätzlich steht jeder Mitgliederbereich standardmässig auch als Web-App zum Ablegen auf dem Startbildschirm zur Verfügung, ähnlich wie bei Coachy.
Für viele ist die Standard-App der bessere Deal, auch ohne eigenen Namen. Deine Kunden bekommen echte Push-Benachrichtigungen und eine App, die sich installieren lässt wie jede andere, und du zahlst dafür nichts extra.
Die ablefy App: eigene Marke, aber im teuersten Tarif
Bei ablefy ist die App unter eigener Marke Bestandteil des Premium-Tarifs. Der kostet 549 € netto im Monat (Stand August 2026), während der nächstkleinere Tarif Pro bei 129 € liegt. Der Sprung von 420 € im Monat ist damit der teuerste Weg zu einer eigenen App in diesem Vergleich.
Er kann sich trotzdem rechnen, denn im Premium-Tarif stecken weitere Dinge wie bis zu 50 Teammitglieder und Support per WhatsApp. Wer nur die App will und die restlichen Premium-Leistungen nicht braucht, zahlt allerdings rund 5.000 € im Jahr Aufpreis für ein Symbol auf dem Startbildschirm. Die vollständige Tarifübersicht steht in meinem Artikel zu den ablefy Preisen.
Was eine eigene Store-App zusätzlich kostet
Sobald eine App unter deinem Namen in einem Store landet, brauchst du eigene Entwicklerkonten. Diese Gebühren zahlst du an Apple und Google, nicht an deinen Plattformanbieter, und sie tauchen in keiner Tarifübersicht auf.
- Apple Developer Program: 99 US-Dollar pro Mitgliedsjahr, laufend fällig
- Google Play Entwicklerkonto: 25 US-Dollar einmalige Registrierungsgebühr
Das sind überschaubare Beträge, aber sie sind nicht das eigentliche Thema. Wichtiger ist der Aufwand: Jede App muss durch die Prüfung der Stores, und jede Aktualisierung ebenfalls. Apple lehnt Apps regelmässig ab, die aus Sicht der Prüfer nur eine Webseite in einer Hülle sind und zu wenig eigenständigen Nutzen bieten. Wer eine eigene Store-App plant, sollte einkalkulieren, dass die Veröffentlichung nicht am ersten Tag klappt.
Brauchst du überhaupt eine eigene App?
Meine ehrliche Antwort für die meisten Kursanbieter: nein, jedenfalls nicht am Anfang. Eine App löst kein Problem, das deine Kunden tatsächlich haben, solange dein Lernbereich auf dem Telefon ordentlich funktioniert.
Der Reflex, jede neue technische Möglichkeit mitzunehmen, hat sich in der Bildungsbranche schon mehrfach als teuer erwiesen. Die jährliche Expertenbefragung des mmb Instituts zeigt, wie schnell erwartete Zukunftstechnologien wieder an Bedeutung verlieren.
Augmented, Virtual und Mixed Reality messen 49 Prozent der Befragten eine zentrale Bedeutung für das digitale Lernen in den kommenden drei Jahren bei. Im Vorjahr waren es noch 59 Prozent.
Quelle: mmb Institut GmbH, Trendstudie „mmb Learning Delphi 2025/2026", 20. Ausgabe, Online-Befragung von 77 Expertinnen und Experten aus der Bildungsszene, Erhebungszeitraum 9. Dezember 2025 bis 2. Februar 2026
Was heute als unverzichtbar gilt, steht zwei Jahre später womöglich weiter unten auf der Liste. Das ist ein Argument dafür, technische Entscheidungen an konkreten Kundenwünschen festzumachen statt an Trends.
Was deine Kunden auf dem Telefon wirklich brauchen
Bevor du über eine App nachdenkst, öffne deinen eigenen Kursbereich auf dem Telefon und arbeite eine Lektion durch. In den meisten Fällen findest du dort die eigentlichen Probleme, und keines davon löst eine App.
- Videos, die sich sauber im Hochformat abspielen lassen, ohne dass die Bedienelemente den Inhalt verdecken.
- Ein Fortschrittsanzeiger, der beim Wiedereinstieg zeigt, wo die letzte Sitzung aufgehört hat.
- Lesbare Arbeitsblätter, also PDFs, die auf einem kleinen Bildschirm nicht auf Briefpapierbreite gezwängt sind.
- Ein Login, der bestehen bleibt, statt bei jedem Besuch neu abgefragt zu werden.
Der letzte Punkt ist der unterschätzteste. Wer sich dreimal pro Woche neu anmelden muss, hört irgendwann auf. Eine App löst das nebenbei mit, aber eine ordentlich eingerichtete Web-App tut das ebenso, und zwar ohne Aufpreis.
Auch bei den Inhalten selbst lohnt der Blick auf die Erwartungen. Selbst das Format, das jahrelang als gesetzt galt, verliert an Zustimmung.
Video-Tutorials messen 79 Prozent der Befragten eine zentrale Bedeutung für das digitale Lernen in den kommenden drei Jahren bei, nach 90 Prozent im Vorjahr. Micro Learning beziehungsweise Learning Nuggets kommen auf 81 Prozent nach zuvor 87 Prozent.
Quelle: mmb Institut GmbH, Trendstudie „mmb Learning Delphi 2025/2026", 20. Ausgabe, Online-Befragung von 77 Expertinnen und Experten aus der Bildungsszene, Erhebungszeitraum 9. Dezember 2025 bis 2. Februar 2026
Das ist eine Einschätzung von Fachleuten, keine Messung des Nutzerverhaltens. Sie passt aber zu dem, was ich in Projekten sehe: Aufmerksamkeit für die Inhalte zahlt sich zuverlässiger aus als Aufmerksamkeit für die Verpackung.
Drei Fragen vor der Entscheidung
- Haben deine Kunden danach gefragt? Wenn niemand nach einer App fragt, löst du ein Problem, das keiner hat.
- Brauchst du Push-Benachrichtigungen? Das ist der einzige echte funktionale Vorteil einer nativen App gegenüber einer Web-App. Wenn du sie nicht nutzen willst, entfällt der Hauptgrund.
- Rechtfertigt der Umsatz den Aufpreis? Bei ablefy sind es rund 5.000 € im Jahr. Diese Summe muss die App über zusätzliche Abschlüsse oder geringere Kündigungsquoten wieder einspielen.
Wer diese drei Fragen ehrlich beantwortet, landet in den meisten Fällen bei einer Web-App auf dem Startbildschirm. Sie kostet nichts extra, trägt deinen Namen und ist in fünf Minuten eingerichtet.
Der Sonderfall: Verkauf über die App
Ein Punkt, den fast alle übersehen: Sobald du digitale Inhalte innerhalb einer nativen App verkaufst, verlangt Apple in vielen Fällen die Abwicklung über den eigenen Bezahlvorgang, und dabei behält der Store einen Anteil ein. Das ist der Grund, warum viele Anbieter ihre Apps bewusst als reinen Zugang zu bereits gekauften Inhalten bauen und den Kauf selbst auf der Webseite belassen.
Für dich heisst das: Eine App ersetzt deine Verkaufsseite nicht, sie ergänzt sie. Wer hofft, über eine eigene App zusätzlich zu verkaufen, plant am Regelwerk der Stores vorbei. Prüf diesen Punkt mit deinem Anbieter, bevor du in einen teureren Tarif wechselst.
Häufige Fragen zur Coachy App und den Alternativen
Gibt es die Coachy App im Apple App Store?
Nein. Der Lernbereich wird über den Browser auf den Startbildschirm gelegt und startet danach wie eine App. Achtung bei der Suche im Store: Dort gibt es eine unabhängige App namens Coachy, die einen Marktplatz für Trainerinnen und Trainer betreibt und mit der Kursplattform coachy.net nichts zu tun hat.
Kann ich bei der Coachy App meinen eigenen Namen verwenden?
Ja. Name und Symbol legst du in den Einstellungen deines Mitgliederbereichs selbst fest, die App erscheint bei deinen Mitgliedern also unter deiner Marke.
Welcher Anbieter hat die beste App?
Das hängt davon ab, was du brauchst. Für eine App unter eigenem Namen ohne Zusatzkosten ist Coachy am günstigsten, für echte Push-Benachrichtigungen ohne Aufpreis Memberspot, für eine eigene App im Store unter deiner Marke ablefy im Premium-Tarif.
Was kostet eine eigene App im App Store?
An Apple zahlst du 99 US-Dollar pro Jahr, an Google einmalig 25 US-Dollar für das Entwicklerkonto. Dazu kommt der Aufpreis deines Plattformtarifs, bei ablefy der Sprung von Pro auf Premium.
Fazit: die Coachy App reicht öfter, als Anbieter zugeben
Der Vergleich zeigt vor allem eins: Das Wort App bedeutet bei jedem Anbieter etwas anderes, und der teuerste Weg ist nicht automatisch der beste. Die Coachy App kostet nichts extra und trägt deinen Namen, die Memberspot App bringt Push-Benachrichtigungen ohne Aufpreis, und die eigene Store-App bei ablefy kostet rund 5.000 € im Jahr mehr als der nächstkleinere Tarif.
Prüf vor der Entscheidung, ob deine Kunden überhaupt danach gefragt haben. In den Projekten, die ich begleitet habe, war ein sauber funktionierender Lernbereich auf dem Telefon fast immer wichtiger als ein Symbol im Store. Wenn du ohnehin gerade die Plattformfrage klärst, findest du die Kostenseite in meinen Artikeln zu den Memberspot Preisen und den ablefy Preisen, und den Weg zum Kurs selbst im Leitfaden zum Onlinekurs erstellen.
Wenn dein Kursbereich stattdessen direkt in deiner eigenen Webseite liegen soll, schauen wir uns das gern an. Beispiele findest du in meinen Webprojekten, das Erstgespräch ist kostenlos.
Die Gebühren der Stores sind öffentlich dokumentiert, etwa im Apple Developer Program.



