Auf eine Makler Homepage gehören vier Dinge: der Nachweis, dass du den Ort kennst, ein sichtbarer Weg zur Kontaktaufnahme für Eigentümer, echte Bewertungen mit Namen, und die gesetzlichen Pflichtangaben. Alles andere ist Kür. Ich zeige dir, was tatsächlich Wirkung hat, welche Angaben rechtlich vorgeschrieben sind, und wo eine eigene Seite im Suchverhalten überhaupt steht. Denn dort liegt sie anders, als die meisten Anbieter behaupten.
Letzte Aktualisierung: September 2026
Was gehört auf eine Makler Homepage?
Eine Makler Homepage ist die eigene Webseite eines Maklerbüros, im Unterschied zum Profil auf einem Immobilienportal. Der Unterschied ist nicht kosmetisch: Auf dem Portal bestimmt der Betreiber die Reihenfolge und zeigt neben deinem Objekt die der Konkurrenz. Auf der eigenen Seite entscheidest du, was zuerst kommt.
Die Pflichtbestandteile, ohne die eine Maklerseite nicht funktioniert:
- Ortsbezug: konkrete Stadtteile und abgeschlossene Verkäufe, nicht „die gesamte Metropolregion“
- Einstieg für Eigentümer: eine Wertermittlung oder Erstberatung, prominent und nicht im Untermenü
- Vertrauensbelege: Bewertungen mit vollem Namen, gern verlinkt auf das Google-Profil
- Ablauf: was zwischen Erstgespräch und Übergabe passiert, in Schritten
- Pflichtangaben: Impressum, Datenschutzerklärung und die Energieausweis-Daten in jedem Objektinserat
Was dagegen selten etwas bringt
Eine aufwendige Objektsuche mit Umkreisfilter und Kartenansicht kostet viel und wird kaum benutzt, weil Suchende dafür die Portale nehmen. Ebenso ein Blog, der drei Beiträge hat und dann aufhört. Und Stockfotos von lächelnden Paaren vor Neubauten erkennt inzwischen jeder.
Wo die Makler Homepage im Suchverhalten wirklich steht
Anbieter von Maklerseiten stellen es gern so dar, als würden Interessenten über die eigene Seite kommen. Der aktuellste repräsentative Datensatz für Deutschland zeichnet ein anderes Bild:
87 Prozent der Wohnungssuchenden nutzen digitale Kanäle. 81 Prozent davon große Online-Portale, 19 Prozent die Webseiten von Wohnungsunternehmen, 12 Prozent Social-Media-Posts und 2 Prozent KI-Chatbots. Mit 97 Prozent am häufigsten genutzt werden Informationen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.
Quelle: Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, telefonische Befragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren, darunter 402 Wohnungssuchende der vergangenen fünf Jahre, Erhebungszeitraum Kalenderwochen 33 bis 38 des Jahres 2025
Daraus folgt nicht, dass sich eine eigene Seite nicht lohnt. Es folgt, dass sie eine andere Aufgabe hat. Für die Objektsuche brauchst du sie nicht, dafür gibt es die Portale. Sie wirkt bei Eigentümern, die über eine Empfehlung deinen Namen gehört haben und ihn nachschlagen. Warum das der eigentliche Engpass ist, habe ich unter Immobilien Akquise ausführlicher beschrieben.
Praktisch heißt das: Baue die Startseite für Eigentümer, nicht für Käufer. Käufer kommen ohnehin über das Portal zum Objekt.
Pflichtangaben auf der Makler Homepage, die oft fehlen
Neben Impressum und Datenschutzerklärung gibt es eine Vorschrift, die speziell Maklerseiten trifft und regelmäßig übersehen wird: die Angaben aus dem Energieausweis in jedem Inserat.
Das GEG-Infoportal des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung führt für Wohngebäude auf, was bei vorliegendem Energieausweis in die Anzeige gehört: die Art des Ausweises, also Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis, der Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch, die wesentlichen Energieträger für die Heizung, das Baujahr und die Energieeffizienzklasse. Das Portal stellt ausdrücklich klar, dass diese Pflicht auch Immobilienmakler betrifft.
Wichtig für die Praxis: Das gilt für Anzeigen in kommerziellen Medien, und dazu zählt deine eigene Webseite. Wer Objekte automatisch aus der Maklersoftware einspielt, sollte einmal prüfen, ob die Felder tatsächlich mit übertragen werden. In der Praxis fehlen sie oft genau dort, weil die Schnittstelle sie nicht mitliefert.
Zu möglichen Bußgeldern kursieren im Netz unterschiedliche Zahlen. Das amtliche Portal nennt keine, deshalb nenne ich hier auch keine. Wenn du wissen willst, was dir konkret droht, ist das eine Frage für einen Anwalt und nicht für einen Blogartikel.
Baukasten, Branchenanbieter oder individuell?
Für Maklerseiten gibt es drei Anbietertypen, und die Entscheidung fällt meist zu früh, nämlich bevor klar ist, wofür die Seite eigentlich da sein soll.
Baukastensysteme sind schnell und günstig. Sie passen, wenn du eine reine Visitenkarte brauchst und die Pflege selbst übernimmst. Der Haken zeigt sich, sobald es um Objektdaten oder um Suchmaschinenoptimierung für deinen Ort geht. Beides ist dort mühsam bis unmöglich.
Branchenanbieter liefern fertige Maklerseiten samt Schnittstelle zur gängigen Software. Das nimmt Arbeit ab und bringt einen Nachteil mit: Diese Seiten sehen einander ähnlich, weil sie aus derselben Vorlage stammen. In einem Markt, in dem du dich gegen andere Makler durchsetzen musst, ist das ein Nachteil.
Individuelle Umsetzung kostet mehr und dauert länger, gibt dir aber die Kontrolle über die Reihenfolge auf der Startseite. Genau die entscheidet, ob Eigentümer sich angesprochen fühlen oder ob sie eine weitere Objektsuche sehen.
Eine Faustregel: Wenn Eigentümerakquise dein Ziel ist, zahlt sich die Kontrolle über die Startseite aus. Wenn du nur erreichbar sein willst, tut es ein Baukasten.
Objekte einbinden: Schnittstelle oder von Hand?
Die häufigste technische Frage beim Aufbau einer Maklerseite. Es gibt drei Wege, und keiner ist für alle richtig.
| Weg | Passt, wenn | Nachteil |
|---|---|---|
| Anbindung an die Maklersoftware | du dauerhaft mehr als eine Handvoll Objekte führst | laufende Kosten, Abhängigkeit von der Schnittstelle |
| Objekte von Hand pflegen | du wenige Objekte gleichzeitig hast | Aufwand pro Objekt, Fehlerquelle bei Pflichtangaben |
| Nur Referenzen zeigen, keine Objekte | der Schwerpunkt auf Eigentümerakquise liegt | Käufer finden bei dir nichts, das ist aber Absicht |
Die dritte Zeile wird selten gewählt und ist für viele kleinere Büros trotzdem die vernünftigste. Wenn deine Seite ohnehin Eigentümer ansprechen soll, ist eine Liste verkaufter Objekte mit Stadtteil und Zeitraum überzeugender als ein Suchformular, das drei Treffer liefert.
Wann sich eine eigene Makler Homepage rechnet
Die ehrliche Antwort hängt davon ab, wie viele Eigentümer überhaupt für dich infrage kommen. Dazu gibt es belastbare Zahlen:
Bei einer Fahrzeit von einer Stunde oder länger zur Immobilie geben 96 Prozent der befragten Eigentümer an, einen Makler beauftragen zu wollen. Selbst wenn sie die Maklergebühren vollständig selbst tragen müssten, würden dies noch 84 Prozent tun.
Quelle: Innofact AG im Auftrag von ImmobilienScout24, Online-Befragung von 500 privaten Immobilieneigentümern mit Verkaufsabsicht, Erhebungszeitraum Juli 2019
Der Befund ist für die Homepage direkt verwertbar: Entfernung ist der stärkste Treiber für eine Maklerbeauftragung. Wer geerbt hat und zweihundert Kilometer entfernt wohnt, sucht online nach einem Makler vor Ort, weil er niemanden persönlich kennt. Genau diese Person findet dich nicht über eine Empfehlung, sondern nur über eine Suche.
Für deine Seite heißt das: Der Ortsbezug ist kein Schmuck, er ist das Verkaufsargument. Und eine Seite, die klar macht, dass du in diesem einen Stadtteil regelmäßig verkaufst, schlägt eine, die eine ganze Region behauptet.
Die Makler Homepage und das Google-Unternehmensprofil
Ein Punkt, der in Angeboten für Maklerseiten fast nie vorkommt, obwohl er bei lokaler Suche mehr bewegt als das Design: das Google-Unternehmensprofil. Wer in seiner Stadt nach einem Makler sucht, bekommt zuerst die Kartenansicht mit drei Einträgen zu sehen, erst darunter die klassischen Ergebnisse.
In diese Kartenbox kommst du nicht über die Webseite, sondern über ein gepflegtes Profil mit verifizierter Adresse, korrekten Öffnungszeiten und vor allem Bewertungen. Die Webseite spielt trotzdem hinein, weil das Profil auf sie verlinkt und Google die Angaben abgleicht. Widersprechen sich Adresse oder Telefonnummer zwischen beiden, schadet das.
Praktisch heißt das: Bevor du in eine aufwendigere Seite investierst, sorge dafür, dass dein Profil vollständig ist und regelmäßig Bewertungen bekommt. Das kostet nichts außer der Disziplin, nach jedem Abschluss danach zu fragen. Erst danach lohnt der Ausbau der eigenen Seite, weil sie dann die Anfragen auffängt, die über die Karte kommen.
Häufige Fehler auf Makler Homepages
Erstens: die Seite für Käufer bauen. Objektsuche oben, Eigentümerthema unten oder gar nicht. Damit optimierst du auf die Gruppe, die ohnehin über die Portale kommt.
Zweitens: über sich selbst schreiben statt über die Lage des Lesers. „Seit 2008 mit Leidenschaft für Immobilien“ beantwortet keine Frage. „Sie haben geerbt und wohnen nicht in der Nähe“ trifft eine konkrete Situation.
Drittens: den Kontakt zu groß machen. Ein Beratungstermin ist eine große Zusage. Eine Einschätzung zum Wert ist eine kleine. Wer nur den großen Schritt anbietet, verliert alle, die noch am Anfang stehen. Woran Seiten sonst noch scheitern, steht unter Webseite ohne Anfragen.
Was auf der Startseite ganz oben stehen sollte
Der wichtigste Bereich einer Makler Homepage ist der, den man ohne Scrollen sieht. Dort entscheidet sich, ob jemand bleibt. In der Praxis stehen dort meist ein Slogan und ein Suchfeld. Beides beantwortet keine Frage.
Besser funktioniert eine Reihenfolge aus drei Elementen. Zuerst ein Satz, der Ort und Leistung zusammenbringt, etwa dass du Wohnungen und Häuser in einem bestimmten Stadtteil verkaufst. Dann ein konkreter nächster Schritt, also die Wertermittlung oder das Erstgespräch, als sichtbarer Button und nicht als Textlink. Und schließlich ein Vertrauenssignal, das ohne Erklärung wirkt: die Zahl der verkauften Objekte im letzten Jahr oder die Bewertung mit Anzahl der Stimmen.
Der Rest der Seite darf ausführlich sein, der obere Bereich nicht. Wer dort drei Sätze über die Firmengeschichte unterbringt, verschenkt die einzige Stelle, die praktisch jeder Besucher sieht.
Ein einfacher Test dafür: Zeig die Startseite jemandem für fünf Sekunden und frag danach, was du machst und für wen. Kommt keine klare Antwort, liegt es fast nie am Design, sondern an der Reihenfolge der Inhalte.
Häufige Fragen zur Makler Homepage
Was kostet eine Makler Homepage?
Die Spanne ist groß, weil Baukasten, Branchenanbieter und individuelle Umsetzung sehr unterschiedlich kalkulieren. Entscheidend für die Kosten ist weniger das Design als die Frage, ob Objekte automatisch aus einer Maklersoftware kommen sollen. Ohne diese Anbindung wird es deutlich einfacher und günstiger.
Brauche ich eine Objektsuche auf meiner Makler Homepage?
Meist nicht. Suchende nutzen dafür die großen Portale. Sinnvoller ist eine Übersicht bereits verkaufter Objekte mit Stadtteil und Zeitraum, weil sie Eigentümern zeigt, dass du in ihrer Lage tatsächlich aktiv bist.
Welche Pflichtangaben muss eine Makler Homepage enthalten?
Impressum und Datenschutzerklärung wie jede geschäftliche Seite, dazu bei Objektinseraten die Angaben aus dem Energieausweis nach § 87 GEG. Dazu zählen unter anderem Art des Ausweises, Endenergiebedarf oder -verbrauch, wesentliche Energieträger, Baujahr und Energieeffizienzklasse.
Reicht ein Profil auf einem Immobilienportal statt einer eigenen Seite?
Für die Vermarktung einzelner Objekte ja. Für die Gewinnung neuer Aufträge nicht, weil du dort neben der Konkurrenz stehst und die Reihenfolge nicht bestimmst. Wer deinen Namen aus einer Empfehlung kennt, sucht außerdem nach dir und nicht nach dem Portal.
Wie lange dauert es, bis eine Makler Homepage Anfragen bringt?
Bei Eigentümern, die deinen Namen bereits kennen, wirkt sie sofort. Für Sichtbarkeit in der lokalen Suche solltest du mehrere Monate einplanen, abhängig davon, wie stark der Wettbewerb an deinem Ort ist.
Fazit: die Makler Homepage ist für Eigentümer da
Die Zahlen sind eindeutig: Wohnungssuchende gehen zu 81 Prozent auf die Portale und nur zu 19 Prozent auf Firmenseiten. Wer seine Makler Homepage trotzdem als Schaufenster für Käufer baut, optimiert für die Gruppe, die ohnehin woanders sucht.
Der Ertrag liegt auf der anderen Seite. Eigentümer, die verkaufen wollen, kommen entweder über eine Empfehlung und prüfen dich dann online, oder sie suchen von außerhalb einen Makler vor Ort. Beide Wege enden auf deiner Seite. Sorge dafür, dass dort oben steht, in welchen Stadtteilen du verkaufst, was der nächste Schritt ist und warum man dir das zutrauen kann. Wie das konkret aussieht, zeigen wir unter Webdesign für Immobilienmakler. Wenn du unsicher bist, ob sich der Aufwand für dich lohnt, buch ein kostenloses Erstgespräch. 15 Minuten, kein Verkaufsdruck.
