Was ist ablefy? Ablefy ist eine deutsche Plattform, mit der Selbstständige und kleine Unternehmen digitale Produkte verkaufen und ausliefern: Onlinekurse, Mitgliedschaften, Downloads und Coaching, inklusive Checkout, Zahlungsabwicklung und Rechnungsstellung in einem Werkzeug. Der Preis dafür ist eine Monatsgebühr ab 39 € netto plus ein Anteil an jedem Verkauf. Ich erkläre, was die Plattform kann, für wen sie gebaut ist und wo sie an Grenzen stösst.
Letzte Aktualisierung: August 2026
Was ist ablefy und wofür wird es genutzt?
Ablefy gehört zur Kategorie der All-in-one-Plattformen für digitale Produkte. Das bedeutet: Statt Kursbereich, Zahlungsanbieter, Rechnungsprogramm und Zugriffsschutz einzeln zusammenzustecken, bekommst du alles aus einer Hand. Betrieben wird die Plattform von der ablefy GmbH mit Sitz in Berlin.
Typische Nutzer sind Coaches, Trainerinnen, Beraterinnen und Fachleute, die ihr Wissen als Kurs oder Mitgliedschaft verkaufen. Der gemeinsame Nenner: Sie wollen verkaufen, nicht Software zusammenbauen.
Die Bausteine im Einzelnen
- Produkte: Onlinekurse, Mitgliedschaften, Downloads, Termine und Coaching-Pakete.
- Checkout: Verkaufsseiten mit Kartenzahlung, PayPal und Ratenzahlung.
- Kursbereich: geschützter Zugang, der nach dem Kauf automatisch freischaltet.
- Rechnungen: automatischer Versand mit korrektem Umsatzsteuerausweis.
- Community: Austauschbereich für Teilnehmer, je nach Tarif einer oder mehrere.
- Affiliate: Partnerprogramm, über das andere deine Produkte gegen Provision bewerben.
Wer sich fragt, was ist ablefy im Vergleich zu einem Shop-System: Der Unterschied liegt in der Auslieferung. Ein normaler Shop verkauft und schickt eine Datei. Ablefy verkauft, schaltet einen Lernbereich frei, verwaltet den Zugriff über Monate hinweg und zieht bei Ratenzahlungen automatisch weiter ein.
Das Reseller-Modell: der eigentliche Unterschied
Hier liegt das Merkmal, das ablefy von vielen internationalen Wettbewerbern abhebt. Die Plattform kann auf Wunsch selbst als Verkäufer auftreten. Rechtlich verkauft dann nicht du an deinen Kunden, sondern ablefy, und du verkaufst an ablefy.
Der praktische Nutzen betrifft die Umsatzsteuer. Beim Verkauf digitaler Produkte an Privatpersonen im EU-Ausland gilt die Umsatzsteuer des Landes, in dem der Käufer sitzt. Wer das selbst abwickelt, braucht das One-Stop-Shop-Verfahren und eine Steuerberatung, die sich damit auskennt. Im Reseller-Modell übernimmt der Anbieter diesen Teil.
Bezahlt wird das über eine höhere Beteiligung: Im Reseller-Modell liegt sie zwischen 1,5 und 7,5 % pro Verkauf, im normalen Seller-Modell zwischen 1,0 und 3,9 % (Stand August 2026, abhängig von Tarif und Verkaufsvolumen). Wer fast nur an deutsche Kunden oder an Unternehmen verkauft, braucht das Reseller-Modell in der Regel nicht.
Seller oder Reseller im direkten Vergleich
| Merkmal | Normal-Seller | Reseller |
|---|---|---|
| Wer verkauft rechtlich | du | ablefy |
| Beteiligung pro Verkauf | 1,0 bis 3,9 % | 1,5 bis 7,5 % |
| Umsatzsteuer im EU-Ausland | dein Thema | übernimmt der Anbieter |
| Auf der Rechnung steht | dein Unternehmen | der Anbieter |
| Sinnvoll bei | Verkauf an deutsche Kunden und an Unternehmen | Verkauf an Privatpersonen im Ausland |
Die vierte Zeile ist ein Punkt, über den selten gesprochen wird. Im Reseller-Modell steht auf der Rechnung deines Kunden nicht dein Unternehmen, sondern der Plattformanbieter. Für manche Zielgruppen ist das egal, für andere ein Bruch im Markenerlebnis. Prüf das, bevor du dich festlegst.
Was ablefy nicht ist
Die Abgrenzung hilft bei der Entscheidung oft mehr als eine weitere Funktionsliste. Drei Dinge übernimmt die Plattform nicht.
Kein Ersatz für eine Webseite. Du kannst Verkaufsseiten dort bauen, aber sie liegen unter der Infrastruktur des Anbieters. Eine Unternehmenswebseite mit Leistungsseiten, Blog und lokaler Sichtbarkeit bei Google ist etwas anderes, und dafür ist die Plattform nicht gebaut.
Kein vollwertiges E-Mail-Marketing. Transaktionsmails wie Kaufbestätigungen laufen dort. Für Newsletter, Segmentierung und automatisierte Strecken nutzen die meisten weiterhin ein eigenes Werkzeug und übertragen die Kontakte per Schnittstelle.
Kein Shop für physische Ware. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf digitalen Produkten. Wer Bücher, Materialpakete oder Ausrüstung mitverkaufen will, braucht dafür eine andere Lösung, inklusive Versandkosten und Lagerbestand.
Was ablefy kostet
Vier Tarife, alle als Nettopreise pro Monat, Stand August 2026: Essential 39 €, Advanced 69 €, Pro 129 € und Premium 549 €. Die ersten 14 Tage sind kostenlos.
Wichtiger als die Monatsgebühr ist die Beteiligung an jedem Verkauf. Bei 30.000 € Jahresumsatz und einem mittleren Gebührensatz landest du inklusive Grundgebühr schnell bei rund 1.700 € im Jahr, bei 100.000 € Umsatz beim Doppelten und mehr. Die vollständige Aufschlüsselung samt Rechenbeispielen steht in meinem Artikel zu den ablefy Preisen.
Für wen sich die Plattform lohnt
Ablefy passt gut, wenn du deinen ersten Kurs verkaufst, international an Privatpersonen lieferst oder schlicht keine Lust hast, dich um Zahlungsabwicklung und Rechnungen zu kümmern. Sie passt schlechter, wenn dein Umsatz stabil im sechsstelligen Bereich liegt, weil die Beteiligung dann deutlich mehr kostet als eine eigene Lösung.
Die Zielgruppe ist dabei kleiner, als der laute Markt rund um Onlinekurse vermuten lässt.
3,5 Prozent aller Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren in Deutschland sind Solo-Selbstständige, also Selbstständige ohne Beschäftigte. Bei Männern liegt der Anteil bei 3,8 Prozent, bei Frauen bei 3,1 Prozent.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Arbeitskräfteerhebung im Mikrozensus, jährliche Befragung von rund einem Prozent der Bevölkerung in Deutschland, Berichtsjahr 2025
Was ist ablefy im Vergleich zu den Alternativen?
Die Frage nach dem besten Anbieter lässt sich nicht allgemein beantworten, die nach dem passenden Modell schon. Im deutschsprachigen Raum stehen sich drei Ansätze gegenüber.
Anbieter mit Umsatzbeteiligung wie ablefy nehmen dir die Abwicklung ab und verdienen an jedem Verkauf mit. Günstig am Anfang, teuer bei Wachstum, dafür wenig eigener Aufwand bei Zahlungen und Steuern.
Anbieter mit fester Monatsgebühr wie Memberspot verlangen mehr Grundgebühr, nehmen aber keinen Anteil am Umsatz. Die Abwicklung von Zahlung und Umsatzsteuer bleibt bei dir beziehungsweise bei deinem Zahlungsdienstleister.
Eine eigene Lösung in deiner Webseite verursacht einmalige Umsetzungskosten und danach nur Hosting und Wartung. Volle Gestaltungsfreiheit, dafür trägst du die Verantwortung für Updates und Betrieb.
Der Kipppunkt liegt erfahrungsgemäss dort, wo die jährliche Summe aus Grundgebühr und Beteiligung in die Grössenordnung einer einmaligen Umsetzung kommt. Bei den meisten Kursanbietern ist das zwischen 30.000 € und 60.000 € Jahresumsatz mit digitalen Produkten der Fall.
Wo ablefy an Grenzen stösst
Drei Punkte höre ich in Gesprächen immer wieder, und sie sind alle berechtigt.
Die Gestaltung. Verkaufsseiten und Kursbereich lassen sich anpassen, aber nicht beliebig. Wer einen Kursbereich will, der optisch nahtlos in eine bestehende Webseite übergeht, stösst an eine Wand. Man sieht dem Ergebnis an, dass es aus einem Baukasten kommt.
Die Beteiligung wächst mit. Das ist kein Fehler der Plattform, sondern ihr Geschäftsmodell. Es bedeutet aber, dass deine Kosten steigen, ohne dass du mehr Leistung bekommst. Bei 100.000 € Umsatz zahlst du für dieselbe Software ein Vielfaches dessen, was du bei 10.000 € gezahlt hast.
Die Abhängigkeit. Videos und Kursstruktur lassen sich mit Aufwand übertragen. Laufende Ratenzahlungen und Abonnements dagegen selten sauber, weil Zahlungsdaten aus gutem Grund nicht einfach exportierbar sind. Wer viele Kunden in Ratenzahlung hat, sitzt fester, als ihm lieb ist.
Wie sich der Markt gerade bewegt
Der Anbietermarkt für digitales Lernen ist in Bewegung, und das betrifft auch die Frage, wie stabil deine Plattform in fünf Jahren ist.
60 Prozent der befragten E-Learning-Dienstleister berichten von gestiegenen Umsätzen im vergangenen Geschäftsjahr. Gleichzeitig ist der Anteil der Befragten mit gesunkenen Umsätzen gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, von 3 Prozent auf jetzt 24 Prozent.
Quelle: mmb Institut GmbH, Trendstudie „mmb Learning Delphi 2025/2026", 20. Ausgabe, Online-Befragung von 77 Expertinnen und Experten aus der Bildungsszene, Erhebungszeitraum 9. Dezember 2025 bis 2. Februar 2026
Ein Teil der Anbieter wächst also, ein wachsender Teil verliert. Für dich heisst das nicht, dass du misstrauisch werden musst. Es heisst, dass du deine E-Mail-Liste, deine Originalvideos und deine Verkaufsseite unabhängig von der Plattform in der eigenen Hand halten solltest. Dann ist ein Anbieterwechsel ein Projekt und kein Verlust.
Wie du in einer Stunde herausfindest, ob es passt
Die 14 Tage Testphase reichen für eine ernsthafte Prüfung, wenn du sie gezielt nutzt. Statt dich durch alle Funktionen zu klicken, baue einen einzigen vollständigen Vorgang nach.
- Ein Produkt anlegen, mit einer einzigen Lektion und einer Datei zum Download.
- Eine Verkaufsseite erstellen und dabei ehrlich beurteilen, wie nah du an deine Wunschgestaltung kommst.
- Einen Testkauf durchführen, idealerweise mit einer echten kleinen Zahlung, und den kompletten Weg als Kunde durchlaufen.
- Die Rechnung prüfen, die dabei automatisch erzeugt wird, auf Umsatzsteuerausweis und auf deine Firmenangaben.
- Den Kursbereich auf dem Telefon öffnen, denn dort verbringen deine Teilnehmer die meiste Zeit.
Nach diesem Durchlauf weisst du mehr als nach jedem Vergleichsartikel, meinen eingeschlossen. Besonders Schritt drei und vier lohnen sich: Der Kaufvorgang aus Kundensicht und die automatisch erzeugte Rechnung zeigen dir sehr schnell, ob die Plattform zu deinem Anspruch passt.
Häufige Fragen: Was ist ablefy?
Was ist ablefy einfach erklärt?
Eine deutsche All-in-one-Plattform, über die Selbstständige Onlinekurse, Mitgliedschaften und andere digitale Produkte verkaufen und ausliefern, inklusive Checkout, Zahlungsabwicklung und Rechnungen.
Was kostet ablefy?
Ab 39 € netto im Monat im Essential-Tarif, dazu eine Beteiligung von 1,0 bis 7,5 % je Verkauf, abhängig von Tarif, Verkaufsmodell und Volumen (Stand August 2026).
Für wen ist ablefy geeignet?
Für Coaches, Trainerinnen und Beratende, die digitale Produkte verkaufen und die Abwicklung abgeben wollen. Besonders sinnvoll bei internationalen Verkäufen an Privatpersonen, weil der Anbieter im Reseller-Modell die Umsatzsteuer übernimmt.
Brauche ich für ablefy eine eigene Webseite?
Nein, du kannst Verkaufsseiten und Kursbereich vollständig dort betreiben. Sinnvoll ist eine eigene Webseite trotzdem: Eine Verkaufsseite unter deiner eigenen Domain baut über Jahre Sichtbarkeit bei Google auf, die dir bei einem Plattformwechsel erhalten bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Seller und Reseller?
Im Seller-Modell bist du der Verkäufer und kümmerst dich selbst um die Umsatzsteuer, dafür ist die Beteiligung niedriger. Im Reseller-Modell verkauft ablefy in eigenem Namen und übernimmt die steuerliche Abwicklung, dafür ist die Beteiligung etwa doppelt so hoch.
Der Punkt, an dem die meisten zu lange warten
In den Gesprächen, die ich führe, kommt die Frage nach einer eigenen Lösung fast immer zu spät. Nicht weil die Leute rechnen können, sondern weil die Beteiligung nie als Rechnung ankommt. Sie wird direkt von der Auszahlung abgezogen, taucht also nie als Ausgabe im Kontoauszug auf und fällt entsprechend selten auf.
Mein Rat: Setz dir einmal im Jahr eine Erinnerung, zieh die Summe der einbehaltenen Gebühren aus den Abrechnungen und schreib sie neben deine übrigen Betriebsausgaben. Erst in dieser Nachbarschaft bekommt die Zahl die Grösse, die sie tatsächlich hat.
Fazit: Was ist ablefy für dich die richtige Wahl?
Ablefy nimmt dir genau die Arbeit ab, die am Anfang am meisten nervt: Zahlungen, Rechnungen, Zugriffsschutz und die Umsatzsteuer im EU-Ausland. Dafür zahlst du eine Monatsgebühr und einen Anteil an jedem Verkauf. Für den Einstieg ist das ein fairer Tausch und in den meisten Fällen die schnellste Strecke zum ersten verkauften Kurs.
Rechne einmal jährlich nach, was dich die Beteiligung tatsächlich gekostet hat. Sobald diese Summe in die Grössenordnung einer einmaligen Umsetzung kommt, lohnt der Blick auf eine eigene Lösung. Den Rechenweg findest du bei den ablefy Preisen, den Vergleich mit einem Anbieter ohne Umsatzbeteiligung bei den Memberspot Preisen, und wenn du noch ganz am Anfang stehst, den Ablauf im Leitfaden zum Onlinekurs erstellen.
Wenn dein Kursbereich stattdessen direkt in deiner Webseite liegen soll: Beispiele stehen in meinen Webprojekten, das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Alle Preis- und Gebührenangaben stammen von der offiziellen Preisseite des Anbieters, Stand August 2026, und können sich ändern.


