Für einen Handwerksbetrieb reichen im Online Marketing drei Bausteine: eine eigene Webseite, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und aktive Kundenbewertungen. Alles andere kommt später oder gar nicht. Wer „Online Marketing Handwerker" googelt, landet meist bei Listen mit zwanzig Kanälen und keiner Angabe, was das kosten soll. Ich gehe hier den umgekehrten Weg: erst das Budget, dann die Kanäle, dann die Reihenfolge.
Letzte Aktualisierung: September 2026

Online Marketing Handwerker: So viel Budget ist realistisch
Die ehrliche Antwort lautet: im ersten Jahr einmalig ein bis zwei Tausend Euro, danach zwischen 0 und 250 € im Monat. Das ist weniger, als die meisten Ratgeber suggerieren.
Der Grund ist einfach. Ein Handwerksbetrieb verkauft nicht bundesweit, sondern in einem Umkreis von vielleicht 40 Kilometern. In diesem Umkreis gibt es keine hundert Mitbewerber, sondern oft nur eine Handvoll. Man muss dort nicht laut sein. Man muss auffindbar sein.
Was gehört überhaupt ins Marketingbudget?
Bevor man über Höhe redet, sollte klar sein, was mitzählt. Ich rechne folgende Posten dazu:
Einmalig: die Webseite selbst. Bei uns liegt der Festpreis bei 1.990 € netto, andere Anbieter rechnen nach Stunden.
Laufend und unvermeidbar: Domain und Hosting. Das läuft auf den Namen des Betriebs und kostet rund 89 € im Jahr direkt beim Anbieter. Im Festpreis ist das nicht enthalten, und das ist Absicht: die Webseite gehört dann wirklich dem Betrieb.
Laufend und optional: Wartung, damit WordPress und Plugins aktuell bleiben. Ab 49 € netto im Monat.
Laufend und optional: regelmäßige neue Inhalte für die Suchmaschine. Bei uns steckt das im Paket Wartung & SEO für 249 € netto im Monat.
Zeit statt Geld: Google-Unternehmensprofil pflegen, Fotos hochladen, Bewertungen beantworten. Kostet nichts außer einer halben Stunde im Monat.
Was in meiner Rechnung bewusst fehlt: Werbeanzeigen. Dazu weiter unten mehr.
Drei Budgetstufen zum Einordnen
Die folgende Tabelle ist kein Preisschild, sondern eine Orientierung. Sie zeigt, was man für welches Geld realistisch erwarten kann.
Stufe | Laufend pro Monat | Was drin ist | Für wen |
|---|---|---|---|
Grundlage | etwa 8 € (nur Domain und Hosting) | Webseite steht, Google-Profil selbst gepflegt | Betriebe mit vollen Auftragsbüchern, die nur gefunden werden wollen |
Abgesichert | ab 49 € netto | zusätzlich Updates, Backups, Überwachung | alle, die keine Zeit für Technik haben |
Wachsend | ab 249 € netto | zusätzlich jeden Monat eine neue Seite für die Suche | Betriebe, die in neue Orte oder Leistungen wollen |
Wer gerade Mitarbeiter sucht oder eine Region neu erschließt, liegt bei der dritten Stufe richtig. Wer ohnehin drei Monate Vorlauf hat, bei der ersten. Das ist keine Frage der Betriebsgröße, sondern der aktuellen Lage.
Ein Rechenbeispiel für das erste Jahr
Nehmen wir einen Elektrobetrieb mit vier Mitarbeitern, der bisher nur eine alte Seite vom Neffen hat. Im ersten Jahr sieht das so aus:
Neue Webseite zum Festpreis: 1.990 € netto, einmalig.
Domain und Hosting beim eigenen Anbieter: rund 89 € für das Jahr.
Wartung, damit die Seite nicht nach acht Monaten zum Sicherheitsrisiko wird: 49 € netto im Monat, also 588 € im Jahr.
Google-Profil und Bewertungen: null Euro, etwa eine halbe Stunde im Monat.
Macht knapp 2.670 € netto im ersten Jahr, danach unter 700 €. Zum Vergleich: ein einziger mittlerer Auftrag deckt das oft ab. Genau an dieser Stelle wird die Diskussion über Marketingbudgets im Handwerk meist zu kompliziert geführt.
Im zweiten Jahr stellt sich dann die eigentliche Frage. Läuft der Betrieb gut und die Anfragen reichen, bleibt es bei diesen Beträgen. Will man in Nachbarorte oder in eine neue Leistung hinein, kommt die dritte Stufe dazu. Vorher wäre sie hinausgeworfenes Geld gewesen.
Online Marketing Handwerker: Welche Kanäle wirklich Anfragen bringen
Hier lohnt ein Blick auf zwei Zahlen, die in unterschiedliche Richtungen zeigen. Die erste beschreibt, was Betriebe tun:
94 Prozent der Handwerksunternehmen nutzen eine eigene Webseite, um im Internet auf sich aufmerksam zu machen. 88 Prozent haben einen Eintrag in Verzeichnissen wie Google, 56 Prozent sind in sozialen Netzwerken präsent oder schalten dort Werbung.
Quelle: Bitkom Research, Bitkom-Studie 2025 „Digitalisierung des Handwerks", telefonische Befragung von 504 Handwerksunternehmen ab einem Beschäftigten, Erhebungszeitraum KW 23 bis KW 29 2025
Eine eigene Webseite ist im Handwerk also längst Standard und kein Wettbewerbsvorteil mehr. Sie ist die Eintrittskarte. Interessant wird es bei der zweiten Zahl, die beschreibt, was Kunden tun:
Bei der Entscheidung für einen Handwerksbetrieb holen sich 83 Prozent der Menschen in Deutschland Rat im persönlichen Gespräch mit Freunden, Familie oder Kollegen. 26 Prozent schauen sich die Webseiten möglicher Betriebe an, 15 Prozent lesen Online-Kundenbewertungen.
Quelle: Bitkom Research im Auftrag des Bitkom e. V., repräsentative Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, Erhebungszeitraum KW 7 bis KW 10 2025
Diese Zahl wird gern gegen Online Marketing ins Feld geführt. Ich lese sie anders. Die Empfehlung entscheidet, wen man überhaupt in Betracht zieht. Die Webseite entscheidet danach, ob man anruft. Beide Schritte gehören zusammen.
Wer eine Empfehlung bekommt, googelt den Namen. Findet er nichts oder eine Seite von 2014, die auf dem Handy nicht funktioniert, wirkt die Empfehlung plötzlich schwächer. Das ist der eigentliche Job der Webseite im Handwerk: eine Empfehlung bestätigen, nicht kalte Fremde überzeugen.
Was ist Online Marketing?
Online Marketing ist die Summe aller Maßnahmen, mit denen ein Betrieb im Internet gefunden wird und dort Vertrauen aufbaut. Dazu zählen die eigene Webseite, Einträge in Verzeichnissen wie dem Google-Unternehmensprofil, Kundenbewertungen, Inhalte für Suchmaschinen sowie bezahlte Werbeanzeigen. Für lokale Betriebe ist der Teil, der auf Suchanfragen aus der eigenen Region zielt, der mit Abstand wichtigste.

Online Marketing Handwerker: Die Reihenfolge, die ich empfehle
Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Budget. Es ist die falsche Reihenfolge. Jemand startet mit Instagram, obwohl die Webseite noch aus dem Baukasten von vor sechs Jahren stammt.
Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen. Öffnungszeiten, Leistungen, echte Fotos vom eigenen Team und von fertigen Arbeiten. Kostet nichts und wirkt am schnellsten. Wie das im Detail geht, steht im Beitrag zu Google My Business für Handwerker.
Webseite, die auf dem Handy funktioniert. Mit Telefonnummer oben, echten Referenzbildern und einer klaren Aussage, welches Gebiet bedient wird. Was das kostet, habe ich in Was kostet eine Webseite aufgeschlüsselt.
Bewertungen systematisch einsammeln. Nicht kaufen, nicht erfinden. Einfach nach jedem abgeschlossenen Auftrag fragen. Was dabei erlaubt ist, steht in Google-Bewertungen sammeln für Handwerker.
Seiten für einzelne Orte und Leistungen. Erst wenn die ersten drei Punkte stehen. Das ist der Teil, der über Monate wirkt und den Betrieb in Nachbarorten sichtbar macht, siehe lokale SEO für Handwerker.
Erst ganz zum Schluss: bezahlte Anzeigen. Sie wirken sofort und hören sofort auf zu wirken, wenn man das Geld abdreht.
Punkt eins und drei kosten kein Geld, nur Zeit. Punkt zwei ist die einzige größere Ausgabe. Wer diese Reihenfolge einhält, hat den größten Teil des Nutzens, bevor überhaupt ein monatliches Budget nötig wird. Das ist die unspektakulärste Erkenntnis zum Thema Online Marketing Handwerker und zugleich die teuerste, wenn man sie ignoriert.
Wann sich Google Ads trotzdem lohnen
Es gibt zwei Fälle. Der eine ist der Notdienst: wer eine verstopfte Leitung hat, sucht jetzt und klickt oben. Der andere ist ein neuer Standort, an dem man organisch noch nicht rankt und die nächsten sechs Monate nicht abwarten will.
In beiden Fällen sollte man mit einem festen Monatsdeckel starten, den man ohne Bauchschmerzen verlieren kann. Die Abwägung zwischen beiden Wegen habe ich in Google Ads oder SEO für Handwerker ausführlicher beschrieben.
Wofür ich im Handwerk kein Geld ausgeben würde
Ein Budget wird nicht nur dadurch sinnvoll, dass man es richtig einsetzt, sondern auch dadurch, dass man Posten streicht. Diese hier sehe ich regelmäßig und halte sie für verzichtbar:
Bezahlte Einträge in Handwerkerportalen. Man zahlt dafür, in einer Liste mit direkten Mitbewerbern zu stehen, und konkurriert dort fast nur über den Preis.
Social-Media-Betreuung durch eine Agentur. Drei gestellte Beiträge im Monat bringen keinen Auftrag. Ein selbst geknipstes Foto einer fertigen Baustelle dagegen schon.
SEO-Pakete ohne benannte Leistung. Wenn im Angebot nicht steht, was konkret entsteht, entsteht meist nichts.
Eine zweite Webseite für eine Nachbarstadt. Zwei halbe Seiten ranken schlechter als eine gute mit Unterseiten je Ort.
Neue Fotos vom Stockfoto-Portal. Kunden erkennen das. Ein Handwerksbetrieb mit fremden Gesichtern auf der Seite wirkt austauschbar.
Woran du merkst, dass dein Budget an der falschen Stelle liegt
Es gibt ein paar Anzeichen, die ziemlich zuverlässig sind. Wenn Anrufer sagen, sie hätten den Betrieb über eine Empfehlung gefunden, aber die Webseite nicht öffnen konnten, liegt das Geld falsch. Wenn Anzeigen laufen, das Google-Profil aber seit zwei Jahren keine neuen Fotos hat, ebenfalls.
Ein weiteres Zeichen: Der Betrieb wird gefunden, aber niemand ruft an. Dann fehlt nicht Sichtbarkeit, sondern Vertrauen. Referenzbilder, echte Namen und eine sichtbare Telefonnummer lösen das schneller als jedes zusätzliche Werbebudget. Mehr dazu steht in Webseite ohne Anfragen.
Beim Online Marketing Handwerker ist die Diagnose deshalb wichtiger als die Ausgabe. Zwei Betriebe mit demselben Budget können völlig unterschiedliche Ergebnisse haben, je nachdem an welcher Stelle ihre Kette reißt.
Ob die eigenen Maßnahmen wirken, lässt sich an wenigen Werten ablesen. Welche das sind, steht in Webseite Kennzahlen. Wichtiger als jede Klickzahl ist ohnehin die Frage, wie viele Anrufe im Monat sagen: „Ich habe Sie im Internet gefunden."
Häufige Fragen zu Online Marketing für Handwerker
Wie viel sollte ein Handwerksbetrieb monatlich für Online Marketing ausgeben?
Zwischen 0 und 250 € netto im Monat, je nachdem wie stark der Betrieb wachsen will. Die einmalige Webseite ist der größere Posten, laufend braucht ein solider Auftritt erstaunlich wenig.
Braucht ein Handwerksbetrieb Social Media?
Nur, wenn jemand im Betrieb es gern selbst macht. Als ausgelagerte Pflichtübung bringt es im Handwerk selten Aufträge, für die Mitarbeitersuche kann es dagegen nützlich sein.
Was bringt schneller Anfragen: die Webseite oder das Google-Profil?
Das Google-Unternehmensprofil, weil es sofort in der lokalen Suche und in Google Maps erscheint. Die Webseite wirkt langsamer, entscheidet dafür darüber, ob aus einem Besuch ein Anruf wird.
Lohnt sich Online Marketing auch bei vollen Auftragsbüchern?
Ja, aber mit anderem Ziel. Wer ausgelastet ist, nutzt die Sichtbarkeit für bessere Aufträge und für die Suche nach Mitarbeitern statt für mehr Anfragen insgesamt.
Wie lange dauert es, bis Online Marketing wirkt?
Ein gepflegtes Google-Profil zeigt oft nach wenigen Wochen Wirkung. Bis neue Seiten in der Suche stabil ranken, vergehen meist drei bis sechs Monate.
Kann ich Online Marketing als Handwerker selbst machen?
Das Google-Profil und die Bewertungen ja, die sollte sogar jemand aus dem Betrieb übernehmen. Bei der Webseite selbst scheitert es meist nicht am Können, sondern an der Zeit neben dem Tagesgeschäft.
Fazit: Online Marketing Handwerker braucht keine zwanzig Kanäle
Beim Online Marketing Handwerker gewinnt nicht, wer am meisten ausgibt, sondern wer die Reihenfolge einhält. Google-Profil, eine ehrliche Webseite, echte Bewertungen. Diese drei Dinge decken den größten Teil ab, und zwei davon kosten nur Zeit.
Alles Weitere ist eine Entscheidung, die man trifft, wenn die Grundlage steht. Nicht vorher. Wer wissen will, wie eine Handwerker-Webseite aufgebaut sein sollte, findet die Details auf unserer Seite zu Webdesign für Handwerker und die Preise unter Webseite erstellen lassen zum Festpreis. Die Zahlen aus diesem Beitrag stammen aus der Bitkom-Studie zur Digitalisierung des Handwerks.
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