WordPress oder Wix: Für die meisten Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, die mehr als eine digitale Visitenkarte brauchen, ist WordPress die bessere Wahl, weil du Hosting, Daten und einen späteren Anbieterwechsel selbst in der Hand behältst. Wix lohnt sich, wenn du eine kleine Seite schnell selbst bauen willst und mit einer festen Plattform ohne Umzugsoption leben kannst. Squarespace liegt dazwischen und passt vor allem zu Betrieben, die mit Fotos verkaufen. Unten findest du die Kosten über drei Jahre mit echten Preisen vom September 2026, die Fragen zu DSGVO und Serverstandort, die in den meisten Vergleichen fehlen, und eine Entscheidungshilfe in fünf Schritten. Eine Sache vorweg, damit du den Text richtig einordnest: Ich baue Kundenseiten mit WordPress. Wo Wix die bessere Antwort ist, sage ich es trotzdem.
Letzte Aktualisierung: September 2026

WordPress oder Wix: die kurze Antwort nach Situation
Die Frage „WordPress oder Wix“ hat keine Antwort, die für jeden Betrieb stimmt. Sie hängt davon ab, wer die Seite baut, wie groß sie werden soll und wie wichtig dir Google ist. Die folgende Tabelle ordnet die häufigsten Situationen ein, die mir in Erstgesprächen mit Handwerkern und Dienstleistern begegnen.
Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
Solo-Betrieb, braucht nur Kontaktdaten, Leistungen und Telefonnummer, baut selbst | Wix | Schnell fertig, kein Hosting, kein Update-Thema |
Betrieb mit 3 bis 20 Mitarbeitern, will über Google Aufträge und Bewerber gewinnen | WordPress | Volle Kontrolle über SEO, Ladezeit und Erweiterungen |
Fotograf, Innenausstatter, Tischler mit Showroom: das Bild verkauft | Squarespace oder WordPress | Squarespace hat starke Bildvorlagen, WordPress mehr Freiheit |
Du lässt die Seite von einem Profi bauen | WordPress | Du bist nicht an eine Plattform gebunden und kannst den Dienstleister wechseln |
Deine Seite läuft schon auf Wix und bringt genug Anfragen | Bleiben | Ein Umzug kostet Zeit und Geld, das lohnt nur mit konkretem Grund |
Die letzte Zeile ist ernst gemeint. Eine funktionierende Wix-Seite umzubauen, nur weil WordPress „professioneller“ klingt, ist rausgeworfenes Geld. Umziehen lohnt sich erst, wenn dich die Plattform konkret bremst: bei Ladezeit, Suchmaschinenoptimierung oder Funktionen, die du brauchst und nicht bekommst.
Was ist WordPress, was ist Wix, was ist Squarespace?
Bevor wir über Preise reden, lohnt ein Blick auf die Technik. Die drei Systeme funktionieren grundverschieden, und genau daraus entstehen fast alle Vor- und Nachteile, die später wichtig werden.
Was ist WordPress?
WordPress ist ein kostenloses Content-Management-System (CMS), also eine Software, mit der du Inhalte einer Webseite verwaltest, ohne Code zu schreiben. Du installierst es bei einem Hoster deiner Wahl, zum Beispiel einem deutschen Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland. Die Software gehört niemandem exklusiv: Du kannst jederzeit den Hoster, den Webdesigner oder das Design wechseln und nimmst alle Inhalte mit. Wichtig ist die Unterscheidung zu WordPress.com, einem kommerziellen Hosting-Dienst, der ähnlich wie ein Baukasten funktioniert. Wenn in diesem Artikel von WordPress die Rede ist, meine ich die selbst gehostete Variante.
Was ist Wix?
Wix ist ein Homepage-Baukasten. Software, Hosting, Vorlagen und Support kommen aus einer Hand, du bezahlst dafür eine monatliche Gebühr. Du ziehst Elemente per Drag-and-drop auf die Seite und bist nach wenigen Stunden online. Der Preis dafür: Deine Webseite existiert nur innerhalb von Wix. Du mietest sie, du besitzt sie nicht im technischen Sinn.
Was ist Squarespace?
Squarespace ist ebenfalls ein Homepage-Baukasten mit Abo-Modell. Im Vergleich zu Wix sind die Vorlagen strenger gestaltet. Das schränkt dich ein, sorgt aber dafür, dass die Seite auch dann ordentlich aussieht, wenn du kein Auge für Gestaltung hast. Squarespace ist in Deutschland deutlich seltener anzutreffen als Wix, bei Fotografen und Kreativbetrieben aber beliebt.
Wie ungleich die Verteilung ist, belegen die Zahlen des Analysedienstes W3Techs, der täglich misst, welche Systeme im Netz laufen:
WordPress läuft auf 40,2 Prozent aller Webseiten und hat unter den Content-Management-Systemen einen Marktanteil von 58,7 Prozent. Wix kommt auf 4,2 Prozent aller Webseiten, Squarespace auf 2,4 Prozent.
Quelle: W3Techs (Q-Success), Usage Statistics of Content Management Systems, Stand 25. September 2026, tägliche Auswertung einer Stichprobe von über 20 Millionen inhaltlich relevanten Webseiten
Der Marktanteil allein ist kein Qualitätsbeweis. Für dich als Betrieb hat er trotzdem praktische Folgen: Für WordPress findest du in jeder Region Webdesigner, Hoster und Hilfe. Fällt dein Wix-Betreuer aus, suchst du jemanden, der sich mit genau dieser Plattform auskennt.
Kosten im Vergleich: WordPress oder Wix über drei Jahre
Wer WordPress oder Wix vergleicht, schaut meist nur auf den Monatspreis. Für eine Entscheidung taugt das wenig, weil eine Webseite in der Regel mehrere Jahre läuft. Die Tabelle rechnet deshalb über 36 Monate. Alle Preise sind Nettopreise bei jährlicher Abrechnung, Stand September 2026, direkt von den Preisseiten der Anbieter. Baukasten-Preise ändern sich regelmäßig, prüf vor dem Abschluss den aktuellen Stand.
Variante | Monatlich (netto) | Über 3 Jahre (netto) | Was du selbst machst |
|---|---|---|---|
Wix Light | 14 € | 504 € | Aufbau, Texte, Bilder, Pflege |
Wix Core | 25 € | 900 € | Aufbau, Texte, Bilder, Pflege |
Wix Business | 34 € | 1.224 € | Aufbau, Texte, Bilder, Pflege |
Squarespace Core | 17 € | 612 € | Aufbau, Texte, Bilder, Pflege |
WordPress, selbst gebaut | ca. 4 bis 8 € Hosting | ca. 150 bis 270 € | Alles, zusätzlich Updates und Sicherheit |
WordPress, vom Profi gebaut (Beispiel Festpreis) | Hosting plus Lizenz | ca. 2.240 bis 2.360 € | Kleine Textänderungen |
Die Wix-Pakete unterscheiden sich vor allem bei Speicherplatz und Mitarbeiterzugängen. Light erlaubt laut Wix zwei Mitarbeiterzugänge und zwei Gigabyte Speicher, Core fünf Zugänge und 50 Gigabyte, Business zehn Zugänge und 100 Gigabyte. Für einen Handwerksbetrieb mit vielen Referenzfotos wird Light schnell eng. Bei Squarespace sind im Jahresplan die Domain für das erste Jahr und das Hosting enthalten, ab dem zweiten Jahr zahlst du die Domain extra.
Die letzte Zeile der Tabelle setzt sich so zusammen: Unser Festpreis ab 1.990 € netto ist eine Einmalzahlung. Dazu kommen Hosting beim Anbieter deiner Wahl (bei All-Inkl über 50 € im Jahr, je nach Paket) und ab dem zweiten Jahr die Pagebuilder-Lizenz mit 49 € netto im Jahr, damit du Texte und Bilder selbst ändern kannst. Eine Wartung ist optional und kostet ab 49 € im Monat. Die ausführliche Aufschlüsselung aller Posten steht im Artikel Was kostet eine Webseite?
Die Kosten, die in keiner Preistabelle stehen
Der größte Posten bei Wix und Squarespace ist deine eigene Zeit. Eine ordentliche Betriebsseite mit sechs bis acht Unterseiten, eigenen Texten und sortierten Fotos kostet einen Laien nach meiner Erfahrung 30 bis 60 Stunden. Setzt du deinen eigenen Stundensatz von 60 € an, sind das 1.800 bis 3.600 €, die du nicht auf der Baustelle verdienst. Gegen den Baukasten spricht das nicht. Diese Stunden gehören nur ehrlich mit in die Rechnung.
Bei WordPress fallen andere versteckte Kosten an. Premium-Plugins für Formulare, Caching oder Terminbuchung kosten teilweise 50 bis 150 € im Jahr. Wer Updates schleifen lässt, zahlt später für die Reparatur. Dazu gleich mehr im Abschnitt Sicherheit.
Bedienung im Alltag: Wer ändert die Öffnungszeiten?
Hier punktet Wix klar. Du siehst die Seite beim Bearbeiten genau so, wie Besucher sie sehen. Text anklicken, ändern, veröffentlichen. Für einen Malermeister, der abends zehn Minuten Zeit hat, ist das angenehm. Squarespace funktioniert ähnlich, verzeiht aber weniger, weil die Vorlagen feste Raster vorgeben.
WordPress hat den Ruf, kompliziert zu sein. Das stimmt für die Einrichtung. Für die tägliche Pflege gilt es kaum noch, wenn ein Pagebuilder installiert ist: Dann bearbeitest du die Seite ebenfalls visuell. Der Unterschied liegt woanders. Bei WordPress entscheidet der Webdesigner beim Aufbau, wie viel du selbst anfassen kannst. Eine gut gebaute Seite lässt dich Texte, Bilder und Referenzen ändern, ohne dass du das Layout aus Versehen zerschießt.
Ein typischer Fall: Ein Fliesenleger mit vier Mitarbeitern will nach jedem fertigen Bad drei Fotos hochladen. Im Baukasten passt er dafür jedes Mal eine Galerie von Hand an und verschiebt dabei leicht die mobile Ansicht. In WordPress lässt sich stattdessen ein festes Referenzformular einrichten: Titel, Ort, drei Bilder, speichern. Dann dauert eine neue Referenz fünf Minuten, und das Layout bleibt heil.
Funktionen im Vergleich: was ein Betrieb wirklich braucht
Funktionslisten der Anbieter sind lang und helfen wenig. Ein Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb braucht eine Handvoll Dinge, die zuverlässig laufen müssen. Die Tabelle beschränkt sich genau darauf.
Funktion | WordPress | Wix | Squarespace |
|---|---|---|---|
Kontaktformular | Per Plugin, frei gestaltbar | Eingebaut | Eingebaut |
Online-Terminbuchung | Per Plugin, Anbieter frei wählbar | Über die hauseigene Buchungs-App | Über den hauseigenen Terminplaner |
Referenzen und Stellenanzeigen als eigene Seitentypen | Ja, mit festen Eingabefeldern | Über dynamische Seiten möglich | Eingeschränkt |
Blog | Ursprünglich dafür gebaut, sehr flexibel | Eingebaut | Eingebaut |
Erweiterungen | Zehntausende Plugins, Qualität schwankt | App-Markt der Plattform | Kleinere Auswahl an Erweiterungen |
Eigener Code und Sonderwünsche | Ohne Grenzen | Im Rahmen der Plattform | Stark begrenzt |
Für die Grundausstattung reichen alle drei. Der Unterschied wird sichtbar, sobald dein Betrieb wächst. Ein Heizungsbauer, der später einen Kundenbereich für Wartungsverträge, eine Anbindung an seine Handwerkersoftware oder einen Rechner für Förderungen will, bekommt das bei WordPress fast immer umgesetzt. Beim Baukasten hängt es davon ab, ob es zufällig eine passende App gibt.
Die Kehrseite: Jedes zusätzliche Plugin ist eine weitere Software, die aktualisiert werden will. Eine gute WordPress-Seite hat deshalb eher 10 als 40 Plugins. Frag deinen Webdesigner ruhig direkt, wie viele es bei dir werden und wofür jedes einzelne gebraucht wird.
Google-Sichtbarkeit: Rankt Wix schlechter als WordPress?
Die ehrliche Antwort: Nicht automatisch. Wix hat in den letzten Jahren bei Meta-Angaben, Weiterleitungen und Sitemap stark aufgeholt. Eine Wix-Seite mit guten Inhalten schlägt eine WordPress-Seite mit dünnen Texten. Wer behauptet, Wix-Seiten könnten grundsätzlich nicht ranken, verbreitet einen alten Mythos.
Trotzdem gibt es Unterschiede, sobald du ernsthaft um Aufträge in deiner Region kämpfst:
Ladezeit: Bei WordPress bestimmst du Hoster, Bildformate und Caching selbst. Bei Wix lädt jede Seite den Code der Plattform mit, auf den du keinen Einfluss hast.
Strukturierte Daten: Für lokale Betriebe helfen Schema-Angaben zu Adresse, Öffnungszeiten und Leistungen. In WordPress lassen sie sich pro Unterseite frei gestalten, bei Wix nur im Rahmen der vorgesehenen Felder.
Viele lokale Unterseiten: Wer Seiten für einzelne Orte im Einzugsgebiet anlegen will, stößt im Baukasten schneller an praktische Grenzen, weil jede Seite einzeln von Hand entsteht.
Welche Hebel bei Google wirklich zählen, habe ich im Leitfaden Google Suche optimieren zusammengefasst. Für Handwerker mit regionalem Einzugsgebiet lohnt zusätzlich der Artikel zur lokalen SEO für Handwerker. Beide Strategien funktionieren auf beiden Systemen. WordPress lässt dir nur mehr Spielraum, sie konsequent umzusetzen.

Umzug und Abhängigkeit: der Punkt, den kaum ein Vergleich erwähnt
Was ist ein Lock-in? Ein Lock-in liegt vor, wenn du einen Anbieter nur mit hohem Aufwand verlassen kannst, weil deine Daten in einem Format stecken, das woanders nicht funktioniert. Bei Webseiten ist das der Unterschied, den Betriebe am häufigsten unterschätzen, weil er erst nach Jahren wehtut.
Bei Wix ist die Lage eindeutig. Das Hilfe-Center von Wix schreibt selbst, dass eine Wix-Seite nicht bei einem anderen Anbieter gehostet werden kann, weil sie auf der eigenen Technik der Plattform läuft. Einen Export-Knopf für die ganze Seite gibt es nicht. Einzelne Daten wie Produktlisten, Kontakte oder Bestellungen lassen sich exportieren. Seiten, Design und Blogbeiträge baust du beim Umzug neu oder überträgst sie mit Hilfsmitteln, die nur einen Teil erfassen.
Squarespace ist etwas offener. Laut Squarespace-Hilfe exportiert die Plattform eine XML-Datei im WordPress-Format mit Seiten, einem Blog samt Beiträgen sowie Text- und Bildblöcken. Shopseiten, zusätzliche Blogs, Audio- und Videoblöcke, Entwürfe und das gesamte Design bleiben zurück.
Bei WordPress gehören Dateien und Datenbank dir. Du kannst beides herunterladen und bei jedem anderen Hoster wieder einspielen. Das Design wandert mit, die Adressen deiner Unterseiten bleiben gleich, und damit auch deine Google-Rankings. Wie ein sauberer Umzug von einer Baukasten- oder KI-Seite abläuft, steht Schritt für Schritt im Artikel Von der KI-Webseite zur echten Webseite.
Warum das für einen Handwerksbetrieb wichtig ist: Stell dir vor, du hast fünf Jahre lang Referenzen gesammelt, rankst für „Badsanierung“ in deiner Stadt und willst dann einen neuen Webdesigner beauftragen. Bei WordPress übernimmt er deine bestehende Seite. Bei Wix arbeitet er entweder in Wix weiter oder baut alles neu, inklusive aller Weiterleitungen, damit die Rankings nicht verloren gehen.
DSGVO und Serverstandort: worauf deutsche Betriebe achten müssen
Die bekannten Vergleichsportale streifen diesen Punkt meist nur, obwohl er für Betriebe in Deutschland Pflichtprogramm ist. Wichtig vorab: Das ist eine Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung.
Wix schreibt im eigenen DSGVO-Bereich, dass die Plattform Server auf der ganzen Welt betreibt, darunter in Europa und in den USA, dazu Backup-Server an mehreren Standorten. Wix stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Das macht die Nutzung nicht unzulässig, bedeutet aber: Du musst in deiner Datenschutzerklärung sauber beschreiben, dass Daten deiner Besucher, etwa aus dem Kontaktformular, auch außerhalb der EU verarbeitet werden können. Squarespace ist ein US-Unternehmen. Sein Datenverarbeitungsvertrag ist Teil der Nutzungsbedingungen, Übermittlungen in die USA stützt Squarespace auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Für deine Datenschutzerklärung gilt dasselbe wie bei Wix.
Bei WordPress wählst du den Hoster. Liegt das Rechenzentrum in Deutschland, bleiben Formulardaten, Server-Logs und Datenbank im Land. Das vereinfacht die Datenschutzerklärung. Einen Freifahrtschein gibt es aber auch hier nicht: Jedes Plugin, das externe Dienste lädt, etwa Google Fonts von fremden Servern oder eingebettete Karten, muss geprüft werden. Wann du dafür einen Cookie-Banner brauchst, steht im Artikel zur Cookie-Banner-Pflicht.
Datenschutz-Frage | WordPress (selbst gehostet) | Wix | Squarespace |
|---|---|---|---|
Serverstandort wählbar | Ja, frei | Nein, Europa und USA | Nein |
Auftragsverarbeitungsvertrag | Mit deinem Hoster | Von Wix bereitgestellt | Teil der Squarespace-Nutzungsbedingungen |
Kontrolle über eingebundene Dienste | Vollständig | Teilweise | Teilweise |
Aufwand für die Datenschutzerklärung | Gering bis mittel | Mittel | Mittel |
Sicherheit und Wartung: der ehrliche Nachteil von WordPress
Jetzt der Teil, der gegen WordPress spricht. Bei Wix und Squarespace kümmert sich der Anbieter um Updates und Sicherheit. Du merkst davon nichts. Bei WordPress bist du selbst verantwortlich, oder jemand, den du dafür bezahlst.
Das Risiko steckt fast immer in den Erweiterungen. Der WordPress-Kern selbst ist selten betroffen:
Im Jahr 2025 wurden im WordPress-Ökosystem 11.334 neue Sicherheitslücken gemeldet, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. 91 Prozent davon betrafen Plugins, 9 Prozent Themes, im WordPress-Kern selbst wurden nur 6 Lücken mit niedriger Priorität gefunden.
Quelle: Patchstack, State of WordPress Security in 2026, Erhebungsjahr 2025, Auswertung aller im Jahr 2025 über die Patchstack-Schwachstellendatenbank koordinierten und veröffentlichten Sicherheitslücken
Die Zahl klingt erschreckend. Für deine Seite heißt sie vor allem: Je weniger Plugins, desto kleiner die Angriffsfläche, und Updates müssen zeitnah laufen. Wie schnell du bei einer Sicherheitsmeldung reagieren solltest, habe ich im Artikel WordPress Update: wie schnell du reagieren musst aufgeschrieben.
Realistisch gibt es drei Wege. Du machst die Updates selbst, alle zwei Wochen und nach jeder Sicherheitsmeldung, mit Backup vorher. Oder du gibst das an einen Dienstleister ab. Unsere Wartungspakete starten bei 49 € netto im Monat und umfassen Updates, Backups, Malware-Scan und Überwachung. Der dritte Weg ist der Baukasten, der dir dieses Thema komplett abnimmt. Wer weiß, dass er Updates nie machen wird und auch nichts dafür ausgeben will, ist bei Wix tatsächlich besser aufgehoben.
Welches System passt zu welchem Betrieb?
Theorie hilft nur bis zu einem Punkt. Hier vier typische Betriebe und meine Einschätzung, ob WordPress oder Wix jeweils besser passt.
Solo-Elektriker mit vollem Auftragsbuch
Neue Kunden braucht er gerade nicht. Er will eine Seite, die seriös aussieht, wenn jemand nach einer Empfehlung seinen Namen googelt. Vier Unterseiten, Telefonnummer, Impressum. Hier reicht Wix Light. WordPress wäre für diesen Zweck überdimensioniert, solange niemand die Pflege übernimmt.
Malerbetrieb mit acht Mitarbeitern, der Azubis sucht
Dieser Betrieb braucht Karriereseite, Referenzen nach Leistung sortiert, lokale Unterseiten für die Nachbarorte und gute Ladezeiten auf dem Handy, weil Bewerber fast nur mobil suchen. Hier spricht fast alles für WordPress. Wie so eine Seite aufgebaut ist, siehst du auf unserer Seite Webdesign für Maler.
Tischlerei mit Showroom und hochwertigen Einzelstücken
Die Fotos verkaufen, der Text ist Nebensache. Squarespace liefert hier ohne Designer ein ruhiges, hochwertiges Bild. Wer zusätzlich Wert auf Google-Sichtbarkeit für „Einbauschrank nach Maß“ in der eigenen Region legt, fährt mit einer professionell gebauten WordPress-Seite besser.
Physiotherapiepraxis mit Online-Terminbuchung
Beide Systeme können Terminbuchung. Entscheidend ist der Datenschutz: Schon der Buchungsgrund im Formular kann Gesundheitsdaten enthalten, und die sind nach der DSGVO besonders geschützt. Eine Buchungslösung mit Servern in Deutschland lässt sich in WordPress einfacher einbinden und dokumentieren. Hier würde ich zu WordPress raten.
In 5 Schritten zur Entscheidung: WordPress oder Wix
Ziel festlegen: Willst du über Google neue Aufträge gewinnen oder nur auffindbar sein, wenn jemand deinen Namen sucht?
Umfang schätzen: Unter fünf Unterseiten ohne Wachstumspläne? Dann reicht ein Baukasten. Mehr Seiten, Blog oder lokale Unterseiten? Dann WordPress.
Pflege klären: Wer macht Updates? Wenn die Antwort „niemand“ lautet und kein Budget für Wartung da ist, nimm einen Baukasten.
Drei Jahre rechnen: Abo-Kosten, Hosting, Lizenzen und deine eigene Arbeitszeit zusammenzählen, nicht nur den Monatspreis vergleichen.
Ausstieg prüfen: Frag dich, was passiert, wenn du in fünf Jahren den Anbieter wechseln willst. Kannst du damit leben, alles neu zu bauen?
Wer bei Schritt 1 „neue Aufträge“ und bei Schritt 5 „nein“ antwortet, landet fast immer bei WordPress. Wer nur eine digitale Visitenkarte braucht und keine Lust auf Technik hat, fährt mit Wix gut.
Wann sich der Wechsel von Wix zu WordPress lohnt
Viele Betriebe haben die Wahl zwischen WordPress oder Wix längst getroffen. Sie betreiben seit Jahren eine Wix-Seite und fragen sich, ob der Umstieg lohnt. Meine Faustregel: Ein Umzug lohnt sich, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte auf dich zutreffen.
Du hast über Monate an Texten und Google-Unternehmensprofil gearbeitet, trotzdem kommen über die Webseite kaum Anfragen.
Die mobile Seite lädt spürbar langsam, und du hast bereits alle Bilder verkleinert.
Du willst eigene Seiten für mehrere Orte oder Leistungen anlegen und merkst, dass jede davon Handarbeit ist.
Eine Funktion, die dein Betrieb braucht, gibt es im App-Markt nicht oder nur mit hohen Zusatzgebühren.
Du willst die Pflege an einen Dienstleister abgeben und findest niemanden, der Wix betreuen möchte.
Trifft nur ein Punkt zu, lohnt meistens zuerst die Arbeit am Inhalt. Bessere Texte, echte Fotos von deinen Baustellen und ein klarer Anfrage-Button bringen auf jeder Plattform mehr als ein Systemwechsel. Warum Besucher trotz guter Technik nicht anfragen, steht im Artikel Webseite ohne Anfragen.
Plane für einen Umzug realistisch zwei bis vier Wochen ein. Der kritische Teil ist die Liste aller alten Adressen: Jede Unterseite, die bei Google gefunden wird, braucht eine Weiterleitung auf die neue Adresse. Wer diesen Schritt überspringt, verliert Rankings, die über Jahre gewachsen sind.
Häufige Fragen zu WordPress oder Wix
Ist WordPress oder Wix besser für Anfänger?
Für den Selbstbau ist Wix einfacher, weil Hosting, Updates und Sicherheit wegfallen und du in wenigen Stunden online bist. WordPress erfordert beim Einrichten mehr Wissen, ist nach einem professionellen Aufbau im Alltag aber ähnlich leicht zu pflegen.
Kann ich meine Wix-Seite später zu WordPress umziehen?
Ja, aber nur mit Neuaufbau. Wix bietet keinen Export der kompletten Seite, deshalb werden Seiten und Design in WordPress neu erstellt, Inhalte übertragen und alte Adressen per Weiterleitung auf die neuen umgeleitet, damit Google-Rankings erhalten bleiben.
Ist Wix DSGVO-konform?
Wix lässt sich DSGVO-konform nutzen, stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit und betreibt Server in Europa und den USA. Du musst die mögliche Datenverarbeitung außerhalb der EU aber in deiner Datenschutzerklärung beschreiben und eingebundene Apps einzeln prüfen.
Was kostet eine WordPress-Seite im Vergleich zu Wix im Jahr?
Eine selbst gehostete WordPress-Seite kostet für Hosting und Domain rund 50 bis 90 € im Jahr, dazu kommen optionale Plugin-Lizenzen und Wartung. Wix kostet je nach Paket zwischen 168 und 408 € netto im Jahr für Light bis Business, Stand September 2026.
Ist Squarespace eine gute Alternative zu Wix und WordPress?
Squarespace passt gut zu Betrieben, die über Bilder verkaufen und ein fertiges, hochwertiges Design ohne Designer wollen. Für umfangreiche lokale Suchmaschinenoptimierung und viele Unterseiten ist WordPress flexibler, beim Export ist Squarespace offener als Wix, aber nicht vollständig.
Fazit: WordPress oder Wix, meine Empfehlung für Betriebe
Wenn deine Webseite Aufträge oder Bewerber bringen soll, ist WordPress für die meisten Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe die solidere Grundlage: freie Wahl des Serverstandorts, volle Kontrolle über Google-Sichtbarkeit und kein Neuaufbau, wenn du den Dienstleister wechselst. Den Preis dafür zahlst du bei der Wartung. Wix ist die richtige Wahl, wenn du eine kleine Seite selbst bauen willst, keine Zeit für Updates hast und mit der Bindung an eine Plattform leben kannst. Squarespace ist die Nische für Betriebe, bei denen das Foto verkauft.
Du bist unsicher, ob für dich WordPress oder Wix die bessere Grundlage ist, oder überlegst, von Wix auf WordPress zu wechseln? Lass uns in einem kurzen Gespräch klären, ob das zu deinem Betrieb passt.



