Eine Webseite für Rechtsanwälte bringt dann Mandate, wenn sie pro Rechtsgebiet die Fragen beantwortet, die Betroffene bei Google eintippen, und die Kosten der Erstberatung offen erklärt. Bei Leo Brockhausen gibt es sie zum Festpreis von 1.990 € netto für fünf Unterseiten, Agenturen mit Kanzlei-Schwerpunkt nennen oft 5.000 bis 10.000 Euro. Dieser Artikel ist für Einzelanwälte und kleine Sozietäten geschrieben, die bisher von Empfehlungen und einem Portalprofil leben. Du erfährst, wie Mandanten wirklich suchen, was das Werberecht nach BRAO und BORA erlaubt, wie eine Rechtsgebietsseite aufgebaut ist und welche Pflichtangaben ins Impressum gehören.
Letzte Aktualisierung: September 2026

Wie Mandanten einen Anwalt suchen
Kaum jemand tippt "Rechtsanwalt" in die Suchleiste. Wer gestern die Kündigung bekommen hat, sucht nach "Kündigung erhalten was tun" oder "Anwalt Arbeitsrecht" plus Stadt. Wer sich trennt, sucht nach "Scheidung Kosten" oder "Unterhalt berechnen". Die Suche beginnt fast immer beim eigenen Problem, der Anwalt kommt erst im zweiten Schritt.
Für deine Kanzlei heißt das: Die Startseite holt selten neue Mandanten ab. Das erledigen die Seiten zu einzelnen Rechtsgebieten und zu typischen Lebenslagen. Die Physiotherapie kennt das gleiche Muster mit Symptom-Suchen wie "Rückenschmerzen was tun". Im Anwaltsbereich sind es Problem-Suchen.
| Lebenslage | Typische Suchanfrage | Passende Unterseite |
|---|---|---|
| Kündigung bekommen | "Kündigung erhalten was tun", "Abfindung Anspruch" | Arbeitsrecht für Arbeitnehmer |
| Trennung | "Scheidung Kosten", "Trennungsjahr was beachten" | Familienrecht, Scheidung und Unterhalt |
| Streit mit dem Vermieter | "Mieterhöhung prüfen", "Nebenkostenabrechnung falsch" | Mietrecht für Mieter |
| Unfall mit dem Auto | "Unfall nicht schuld Anwalt", "Schmerzensgeld Auffahrunfall" | Verkehrsrecht und Unfallregulierung |
| Erbfall in der Familie | "Pflichtteil einfordern", "Erbschein beantragen" | Erbrecht |
Jede Zeile ist ein Kandidat für eine eigene Seite oder einen Ratgeberartikel. Wer die fünf Anliegen abdeckt, in denen er wirklich Mandate will, hat bei Google mehr Chancen als mit einer Startseite, die zwölf Rechtsgebiete aufzählt.
Was ist eine Kanzlei-Webseite?
Unter einer Kanzlei-Webseite versteht man die Seite, die eine Anwaltskanzlei unter eigener Domain betreibt. Sie informiert über Rechtsgebiete, Anwälte, Kosten und Kontaktwege und enthält die Pflichtangaben nach Berufsrecht. Anders als ein Portalprofil gehört sie der Kanzlei selbst, samt Domain, Texten und Google-Platzierungen.
Zum Stichtag 1. Januar 2026 waren bundesweit 167.547 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zugelassen, 47.436 davon mit mindestens einem Fachanwaltstitel.
Quelle: Bundesrechtsanwaltskammer, Mitglieder- und Fachanwaltsstatistik zum 01.01.2026, Vollerhebung der Mitgliederzahlen aller 28 Rechtsanwaltskammern, Stichtag 1. Januar 2026
Bei so vielen Kolleginnen und Kollegen entscheidet oft ein Detail. Ein Fachanwaltstitel allein hebt dich kaum ab, denn gut jeder vierte Anwalt hat einen. Eine Seite, die das konkrete Problem des Suchenden in verständlichen Worten beschreibt, schon eher.
Anwaltsportal oder eigene Webseite?
Viele Einzelanwälte haben keine eigene Seite, dafür ein Profil auf einem Anwaltsportal. Das kostet monatlich und bringt einzelne Anfragen. Kündigst du, verschwindet die Sichtbarkeit. Die Bewertungen, die du dort gesammelt hast, bleiben beim Portal.
Mehr als 60 Prozent der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte akquirieren über kommerzielle Anwaltssuchdienste und Internetplattformen neue Mandanten. Lediglich fünf Prozent erhalten auf diesem Weg mehr als 40 Prozent ihrer Mandate.
Quelle: Soldan Institut, Untersuchung zu Anwaltssuchdiensten und Internetplattformen, veröffentlicht 2018, Befragung von 1.179 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten
Die Zahl ist einige Jahre alt. Die Grundaussage bleibt: Portale liefern Einzelfälle, das Fundament sind Empfehlungen. Und wer eine Empfehlung bekommt, googelt deinen Namen, bevor er anruft. Taucht dann nur ein Portalprofil auf, direkt neben drei Mitbewerbern, verpufft die Empfehlung schnell.
| Merkmal | Profil auf Anwaltsportal | Eigene Kanzlei-Webseite |
|---|---|---|
| Kosten | laufende Gebühr, solange du sichtbar sein willst | einmalige Erstellung, danach Domain, Hosting und Pflege |
| Bewertungen | bleiben beim Portal | Google-Bewertungen hängen an deinem Unternehmensprofil |
| Mitbewerber | direkt daneben gelistet | nur deine Kanzlei |
| Gestaltung | festes Raster, wenig Platz | Rechtsgebietsseiten, Ratgeber, Kosten, Team |
| Nach Kündigung | Sichtbarkeit weg | Seite und Domain gehören dir |
Meine Meinung: Das Portalprofil darf bleiben, wenn es sich trägt. Zuerst kommt aber die eigene Seite, weil jede andere Maßnahme am Ende dorthin verweist, auch dein Google-Unternehmensprofil mit seinen Bewertungen. Der verlinkte Artikel ist für Handwerker geschrieben, das Vorgehen beim Einsammeln von Bewertungen gilt für Kanzleien genauso. Details aus dem Mandat nennst du dabei wegen der Verschwiegenheitspflicht natürlich nie.
Was kostet eine Webseite für Rechtsanwälte?
Ich habe mir im September 2026 angesehen, was Anbieter mit Kanzlei-Schwerpunkt offen nennen. Agenturen rufen für eine professionelle Kanzlei-Webseite häufig 5.000 bis 10.000 Euro auf, größere Projekte liegen darüber. Günstiger sind Baukästen mit Anwaltsvorlage und Mietmodelle mit Monatsrate. Preise ändern sich laufend, die Zahlen haben den Stand September 2026.
| Modell | Was du zahlst | Was dir am Ende gehört | Haken |
|---|---|---|---|
| Baukasten mit Anwaltsvorlage | Monatsgebühr plus eigene Zeit für Texte und Aufbau | die Texte, nicht die Technik | Werberecht und Impressum musst du selbst sauber lösen |
| Mietmodell | Monatsrate über Jahre | oft weder Design noch Texte | Wechsel bedeutet Neustart |
| Festpreis bei Leo Brockhausen | 1.990 € netto für 5 Unterseiten, jede weitere 199 € | Seite, Texte und Domain | Freigabe der Texte durch dich als Berufsträger nötig |
| Kanzlei-Agentur individuell | ca. 5.000 bis 10.000 € und mehr | nach Vertrag | hoher Einstiegspreis für Einzelkanzleien |
Rechenbeispiel für eine Kanzlei mit Familien- und Arbeitsrecht: Startseite, je eine Seite pro Rechtsgebiet, Kosten und Erstberatung, Team, Kontakt. Das sind sechs Unterseiten, also 1.990 € plus 199 €, zusammen 2.189 € netto. Wie sich der Festpreis für eine Webseite zusammensetzt, steht offen auf der Angebotsseite.
Danach fallen laufende Posten an. Domain und Hosting buchst du bei einem deutschen Anbieter, rund 89 € im Jahr. Die Pagebuilder-Lizenz ist im ersten Jahr enthalten und kostet ab dem zweiten Jahr 49 € pro Jahr. Updates und Backups machst du selbst oder gibst sie über ein Wartungspaket ab 49 € im Monat netto ab. Eine Aufschlüsselung für alle Branchen findest du unter Was kostet eine Webseite?.
Werberecht: Was eine Webseite für Rechtsanwälte sagen darf
Anwälte dürfen werben, nur nicht beliebig. Ich bin kein Jurist, verbindlich entscheidet deine Rechtsanwaltskammer. Die Grundregeln solltest du trotzdem kennen, bevor der erste Text entsteht.
Was erlaubt § 43b BRAO?
Nach § 43b BRAO ist Werbung erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Rechtsgebiete, Arbeitsweise, Erfahrung und Team darfst du ausführlich beschreiben. Erfolgsversprechen und die gezielte Ansprache einzelner Betroffener gehören nicht auf die Seite.
| Eher unproblematisch | Eher riskant |
|---|---|
| "Wir vertreten Arbeitnehmer bei Kündigung und Abfindung." | "Wir holen die höchste Abfindung für Sie raus." |
| "Fachanwältin für Familienrecht seit 2015" | "Spezialistin" ohne belegbare Kenntnisse und Praxis im Gebiet |
| Ablauf und Kosten der Erstberatung sachlich erklären | Garantien für einen bestimmten Ausgang |
| Ratgeberartikel zu häufigen Fragen im Rechtsgebiet | Ansprache von Betroffenen eines konkreten Unfalls oder Verfahrens |
Fachanwalt, Schwerpunkt oder Spezialist?
Den Titel "Fachanwalt" verleiht die Kammer nach der Fachanwaltsordnung. Teilbereiche deiner Tätigkeit darfst du zusätzlich nennen. § 7 BORA verlangt dafür Kenntnisse, die deinen Angaben entsprechen. Für qualifizierende Zusätze wie "Spezialist" brauchst du außerdem entsprechende theoretische Kenntnisse und eine Tätigkeit in erheblichem Umfang in diesem Gebiet. Verwechslungsgefahr mit einem Fachanwaltstitel ist unzulässig. Auf der Webseite fährst du mit "Tätigkeitsschwerpunkt Mietrecht" sicherer als mit einem Etikett, das du im Streit nicht belegen kannst.
Erstberatung und Kosten offen erklären
Die häufigste Frage vor dem ersten Anruf lautet: Was kostet mich das? Viele Kanzlei-Webseiten schweigen dazu, und genau das hält Menschen vom Anruf ab. Dabei lässt sich das Thema sachlich erklären, ganz ohne Werbeproblem.
Nach § 34 RVG ist die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch bei Verbrauchern ohne abweichende Vereinbarung auf höchstens 190 Euro begrenzt. Diese Zahl darf auf deiner Seite stehen, zusammen mit dem Hinweis, dass für Unternehmer andere Regeln gelten. Eine eigene Seite "Kosten und Erstberatung" beantwortet idealerweise diese Punkte:
- Was die Erstberatung kostet und wie lange sie ungefähr dauert
- Ob du Rechtsschutzversicherungen direkt anfragst und was der Mandant dafür mitbringen muss
- Wann Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe infrage kommt
- Wann du mit einer Vergütungsvereinbarung arbeitest
- Im Arbeitsrecht: dass in der ersten Instanz jede Seite ihre Anwaltskosten grundsätzlich selbst trägt
Wer weiß, was auf ihn zukommt, ruft eher an. Gleichzeitig ist klar, dass die Erstberatung eine Leistung mit Preis ist und keine kostenlose Auskunft am Telefon.

Beispielstruktur einer Kanzlei-Webseite
Hier eine Struktur, wie ich sie für eine typische Zwei-Anwalts-Kanzlei in einer Kreisstadt vorschlagen würde: eine Fachanwältin für Familienrecht, ein Kollege mit Schwerpunkt Arbeitsrecht, zwei Mitarbeiterinnen im Sekretariat.
| Unterseite | Aufgabe | Wichtigster Inhalt |
|---|---|---|
| Startseite | In drei Sekunden klären, wofür die Kanzlei steht | Beide Rechtsgebiete, Ort, Telefonnummer, Button zur Erstberatung |
| Familienrecht | Menschen in Trennung abholen | Scheidung, Unterhalt, Sorgerecht, Ablauf, Unterlagen für den ersten Termin |
| Arbeitsrecht | Gekündigte Arbeitnehmer erreichen | Kündigung, Abfindung, Arbeitszeugnis, Hinweis auf die Drei-Wochen-Frist |
| Kosten und Erstberatung | Die Preisfrage vor dem Anruf beantworten | Erstberatung, Rechtsschutz, Beratungshilfe, Vergütungsvereinbarung |
| Kanzlei und Team | Vertrauen aufbauen | Echte Fotos, Werdegang, Fachanwaltstitel, Sprachen |
| Kontakt | Den Weg zum Termin kurz machen | Formular mit wenigen Feldern, Terminbuchung, Anfahrt, Parkmöglichkeiten |
Das sind genau die sechs Unterseiten aus dem Rechenbeispiel. Impressum und Datenschutz kommen dazu, zählen aber nicht als Inhaltsseiten.
So ist eine gute Rechtsgebietsseite aufgebaut
Die Rechtsgebietsseiten entscheiden über die meisten Anfragen. Am Beispiel Arbeitsrecht funktioniert diese Reihenfolge:
- Die Lage des Lesers: "Du hast eine Kündigung bekommen und weißt nicht, ob sie wirksam ist." Ein Satz, der die Situation beschreibt, in der er gerade sucht.
- Was jetzt zählt: Die Drei-Wochen-Frist für die Kündigungsschutzklage, sachlich erklärt, ohne Druck.
- Wobei die Kanzlei hilft: Prüfung der Kündigung, Verhandlung über eine Abfindung, Vertretung vor dem Arbeitsgericht.
- Unterlagen: Kündigungsschreiben, Arbeitsvertrag, letzte Gehaltsabrechnungen. Wer das vorher weiß, kommt vorbereitet.
- Kosten: Kurzer Verweis auf die Kostenseite.
- Kontakt: Telefonnummer und Terminbuchung am Ende der Seite, nicht erst im Menü.
So eine Seite informiert sachlich über die Tätigkeit und bleibt damit im Rahmen des Werberechts. Gleichzeitig beantwortet sie die Fragen, die ein gekündigter Arbeitnehmer bei Google eintippt. Ergänze auf der Seite das Rechtsgebiet und deinen Ort in Seitentitel und Hauptüberschrift, etwa "Anwalt für Arbeitsrecht in Minden". Mehr zu Seitentiteln und Überschriften steht im Leitfaden Google Suche optimieren.
Was nicht auf die Seite gehört
Symbolbilder mit Justitia, Richterhammer und Gesetzbuch stehen auf Tausenden Kanzlei-Webseiten und sagen über dich nichts. Echte Fotos von dir, deinem Team und den Kanzleiräumen wirken stärker. Ebenfalls raus: veraltete "Aktuelles"-Meldungen von 2019, ein Menü mit zwölf Rechtsgebieten, in denen du kaum arbeitest, und Juristendeutsch auf der Startseite. Wer nach "Scheidung Kosten" sucht, will keinen Satz mit drei Paragrafen lesen.
Ratgeberartikel: Welche Themen Mandate bringen
Rechtsgebietsseiten decken das Kerngeschäft einer Webseite für Rechtsanwälte ab. Ratgeberartikel holen die Menschen ab, die noch gar nicht wissen, dass sie einen Anwalt brauchen. Wer nach "Trennungsjahr was beachten" sucht, will zunächst verstehen, was auf ihn zukommt. Findet er dort eine verständliche Erklärung und darunter den Hinweis auf eine Erstberatung, ist der Weg zum Anruf kurz.
Gute Themen betreffen viele Menschen, und an ihnen hängt eine Frist oder ein finanzielles Risiko. Ein paar Beispiele pro Rechtsgebiet:
- Arbeitsrecht: Kündigung erhalten, die ersten drei Wochen. Aufhebungsvertrag unterschreiben oder nicht. Was im Arbeitszeugnis zwischen den Zeilen steht.
- Familienrecht: Was im Trennungsjahr gilt. Wie der Kindesunterhalt berechnet wird.
- Mietrecht: Mieterhöhung prüfen. Eigenbedarfskündigung, was jetzt zu tun ist. Nebenkostenabrechnung, die typischen Fehler.
- Erbrecht: Pflichtteil, wer ihn bekommt. Erbe ausschlagen, die Frist.
Zwei Regeln gelten dabei. Der Artikel informiert allgemein und nennt keine Fälle aus deiner Kanzlei, auch nicht anonymisiert mit erkennbaren Details. Und er gibt keine Einzelfallberatung, sondern endet mit dem Hinweis, dass die Antwort von der konkreten Situation abhängt. Ein Artikel pro Monat reicht. Nach einem Jahr hast du zwölf Seiten, über die Menschen mit echtem Anliegen auf deine Kanzlei stoßen.
Auf Bewertungen antworten, ohne die Schweigepflicht zu verletzen
Google-Bewertungen sind für Suchende ein starkes Signal. Für Anwälte haben sie eine Tücke: Schon die Bestätigung, dass jemand Mandant war, kann unter die Verschwiegenheitspflicht fallen. Bei einer kritischen Bewertung darfst du deshalb nicht auf den Fall eingehen, auch wenn die Darstellung falsch ist. Eine sichere Antwort bleibt allgemein, etwa: "Danke für die Rückmeldung. Aus Gründen der anwaltlichen Schweigepflicht können wir uns zu einzelnen Mandaten nicht äußern. Sprechen Sie uns gern direkt an." Bei positiven Bewertungen gilt dasselbe. Ein freundliches Danke genügt, ohne Bezug zum Inhalt des Mandats.
Impressum und Verschwiegenheit auf der Webseite für Rechtsanwälte
Das normale Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz reicht für eine Webseite für Rechtsanwälte nicht. Die Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV) und das Berufsrecht fordern mehr. Die üblichen Angaben im Überblick:
| Angabe | Was konkret dasteht |
|---|---|
| Anbieter | Kanzleiname, Anschrift, Telefon, E-Mail. Bei einer Partnerschaft oder GmbH auch Registergericht, Registernummer und Vertretungsberechtigte |
| Berufsbezeichnung | "Rechtsanwalt" oder "Rechtsanwältin", verliehen in der Bundesrepublik Deutschland |
| Aufsicht | Die zuständige Rechtsanwaltskammer mit Anschrift |
| Berufsrecht | BRAO, BORA, FAO und RVG, mit Link zur Fundstelle, etwa auf der Seite der Bundesrechtsanwaltskammer |
| Berufshaftpflicht | Versicherer mit Anschrift und räumlicher Geltungsbereich des Versicherungsschutzes |
| Umsatzsteuer | USt-IdNr., falls vorhanden |
Die alte Formel zur EU-Plattform für Online-Streitbeilegung gehört nicht mehr hinein. Die EU-Kommission hat die Plattform eingestellt, der Link führt ins Leere.
Das Kontaktformular und die Schweigepflicht
Anwälte unterliegen nach § 43a BRAO der Verschwiegenheitspflicht. Das Kontaktformular fragt deshalb nur das Nötigste ab: Name, Erreichbarkeit, Rechtsgebiet und eine kurze Beschreibung. Ein Satz direkt am Formular bittet darum, keine Schriftsätze oder Gesundheitsdaten mitzuschicken, die klären wir im Termin. SSL-Verschlüsselung, eine vollständige Datenschutzerklärung und lokal eingebundene Schriften sind Standard. Ob du einen Cookie-Banner brauchst, hängt von den eingebundenen Diensten ab. Die Details stehen im Artikel zur Cookie-Banner-Pflicht.
Kanzleigründung: Was zum Start reicht
Wer sich gerade als Anwalt selbstständig macht, hat selten Budget für alles. Die erste Webseite für Rechtsanwälte in Gründung darf klein anfangen. Zum Start genügen Startseite, eine Seite pro Rechtsgebiet, Kontakt und die Pflichtseiten. Die Kostenseite und die Teamseite ziehst du im ersten Jahr nach, sobald klar ist, welche Mandate tatsächlich kommen.
Zwei Dinge solltest du dagegen gleich richtig machen. Erstens die Domain: Sie läuft auf deinen Kanzleinamen und gehört dir, nicht einem Dienstleister. Worauf du dabei achtest, steht im Artikel Domain registrieren. Zweitens das Google-Unternehmensprofil. Lege es am ersten Tag an, mit der richtigen Kategorie, Sprechzeiten und einem Foto vom Kanzleischild. Bewertungen brauchen Zeit, und jede Woche früher zählt.
Bei einer Kanzleinachfolge sieht es anders aus. Dort gibt es meist schon eine Domain mit Google-Platzierungen aus vielen Jahren. Die solltest du behalten und die wichtigsten alten Unterseiten auf die neuen weiterleiten lassen, statt mit einer frischen Adresse bei null zu beginnen.
Vom Erstgespräch zur fertigen Kanzlei-Webseite
Beim Festpreis vergehen vom Erstgespräch bis zum Livegang 30 Tage. Im Erstgespräch klären wir, welche Rechtsgebiete du ausbauen willst und welche Mandate du lieber nicht mehr bekommst. Danach schreibe ich die Texte aus deinen Stichpunkten, du prüfst sie. Genau hier liegt der Unterschied zu anderen Branchen: Du bist Berufsträger, die Verantwortung für jede Aussage zu Titeln, Schwerpunkten und Kosten bleibt bei dir. Plane für diese Freigabe bewusst Zeit neben dem Tagesgeschäft ein, sie ist in Kanzleien fast immer der Engpass. Den allgemeinen Projektablauf findest du im Artikel Webseite erstellen lassen: der Ablauf, unser Angebot speziell für Anwälte und Kanzleien auf der eigenen Seite.
Ein kurzer Test vorher lohnt sich: Öffne deine aktuelle Seite auf dem Handy und stell dir vor, du hättest gestern die Kündigung bekommen. Findest du in zehn Sekunden heraus, ob diese Kanzlei hilft und wie du einen Termin bekommst? Wenn nicht, liegt dort der erste Hebel. Weitere Gründe, warum Besucher ohne Anfrage gehen, stehen im Artikel Webseite ohne Anfragen.
Häufige Fragen zur Webseite für Rechtsanwälte
Was kostet eine Webseite für Rechtsanwälte?
Bei Leo Brockhausen kostet sie 1.990 € netto für fünf Unterseiten, jede weitere Unterseite 199 €. Agenturen mit Kanzlei-Schwerpunkt nennen häufig 5.000 bis 10.000 Euro.
Darf ich als Rechtsanwalt auf meiner Webseite werben?
Ja, sofern die Werbung sachlich über deine Tätigkeit unterrichtet und nicht auf einen einzelnen Auftrag zielt. So steht es in § 43b BRAO.
Darf ich auf der Webseite schreiben, was die Erstberatung kostet?
Ja, eine sachliche Information über Kosten ist erlaubt und senkt die Hürde für den ersten Anruf. Für Verbraucher ist die Erstberatung nach § 34 RVG ohne abweichende Vereinbarung auf höchstens 190 Euro begrenzt.
Darf ich mich auf der Webseite Spezialist nennen?
Nur mit belegbaren theoretischen Kenntnissen und erheblicher praktischer Tätigkeit im Gebiet, so verlangt es § 7 BORA. Verwechselbar mit einem Fachanwaltstitel darf die Bezeichnung nicht sein.
Was muss ins Impressum einer Anwaltskanzlei?
Zusätzlich zu Name und Anschrift: Berufsbezeichnung mit verleihendem Staat, zuständige Rechtsanwaltskammer, die berufsrechtlichen Regelungen und die Berufshaftpflichtversicherung mit Geltungsbereich. Deine Kammer prüft den Text im Zweifel.
Brauche ich neben einem Anwaltsportal eine eigene Webseite?
Wenn du langfristig unabhängig von Portalgebühren Mandate gewinnen willst, ja. Die eigene Seite und dein Google-Unternehmensprofil bleiben sichtbar, auch wenn du das Portal kündigst.
Fazit: Die Webseite für Rechtsanwälte beginnt beim Problem des Mandanten
Eine Webseite für Rechtsanwälte gewinnt Mandate über die Rechtsgebietsseiten, nicht über die Startseite. Beschreibe die Lebenslagen, in denen du helfen willst, erkläre die Kosten der Erstberatung und halte dich beim Formulieren an § 43b BRAO und § 7 BORA. Dazu ein vollständiges Impressum und echte Fotos. Dein nächster Schritt: Schreib die fünf Suchanfragen auf, mit denen deine Wunschmandanten nach Hilfe suchen, und prüfe, ob deine Seite auf jede davon eine Antwort hat.
Du bist unsicher, ob deine bestehende Seite reicht oder ob sich ein Neustart lohnt? Schreib uns, welches Problem gerade am dringendsten ist, wir melden uns selbst. Hier geht es zum kostenlosen Erstgespräch.
